Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 127)
- Language
- German
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83 Beschleunigung dieses Vorhabens durch den sichtlichen Verfall des amtlichen Ansehens der meisten Rabbinate int Lande und andere — sehr ernste Symptome der Zeit dringend geboten. Wir kennen Jemanden, der in seinem dreißigsten Jahre, wiewohl mit ehrenvollen Approbationen ungarischer Rabbiner ausgerüstet, den weiten Weg nach Padua nicht scheute, um als Externer die rabbinischen Studien regelmäßig noch einmal durchzumachen, und durch das Diplom des dortigen Collegiums seiner frühem wissenschaftlichen Verwendung Geltung zu verschaffen. Die Statuten des Convictes gestatteten zwar seine Zulassung nicht; allein das Factum hat seine practische Bedeutung. — lind bleibt es jetzt schon österreichischen Jünglingen mosaischer Consession unbenommen, am rabbinischen Seminar zu Breslau das zu suchen, was sie in der eigenen Heimat noch nicht finden —• ja ist es kaum zu bezweifeln, daß Zöglinge dieser sehr tüchtigen Anstalt, deren Leiter ein österreichischer Gelehrter ist, nach Vollendung ihrer rabbinischen Studien als Bewerber um hierlandige Rabbinate vor Vielen einen guten Vorsprung haben dürsten; so würde es um so weniger befremden, wenn Rabbinatscandidaten aus den übrigen Kronländern den rabbinischen Studien an einem ungarischen Seminar mit Hingebung sich widmen würde», insolange sie diesem Wissensdrange an einer Anstalt ihres Heimatslandes nicht genügen könnten. llebrigens wurde unseres Wissens bereits im April 1853 auf eine von den hohen k. k. Statthaltereiabtheilungen in Ungarn an sämmtliche k. k. Comitatsbehörden gerichtete Umfrage, in welcher Art die liquid werdenden Interessen des ungarischisraelitischen Cultusfonds am zweckmäßigsten zu verwenden sein würden, von den meisten derselben nach Vernehmung der angesehensten Gemeinden im Lande dahin beantwortet, daß die Creirung einer Bildungsanstalt für Rabbinatscandidaten und die Errichtung einer guten Zahl Stipendien zur Unterstützung i> 5