Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 121)
- Language
- German
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77 donnen zu begeistern und dennoch — Jude zu verbleiben? Wie sehr aber der jüdische Künstler sich seine Gläubigkeit bewahrt hat, das tritt uns in den eben dargelegten Beispielen lebendig entgegen; die Lücke einer jüdischen Kunst ist in neuester Zeit vor allem von jüdischen Künstlern selbst herausgesühlt und in Betracht gezogen worden. Selbstverständlich haben jedoch die meisten Kunstjünger unter uns sich auf dem neutralen weltlichen Boden gehalten und wir hätten hier vieler rühmlichen Leistungen zu erwähnen, wenn uns der Raum dazu gegönnt wäre. Vemerkenswerth ist besonders die verhältnißmäßig bedeutende Anzahl von Bildhauern, welche sich in neuester Zeit unter den Juden zur auszeichnenden Geltung emporschwangen. Bei der jüngsten Brüßler Ausstellung hat der Berliner Bildhauer Louis Sußmann einen glänzenden Erfolg mit den beiden von ihm ausgestellten Bildwerken, dem »wankenden Faun« und der »Neapolitaner!»« erlangt, und Kuiistkritiker stellen den Faun unter die besten Bildwerke der Neuzeit. In derselben Ausstellung erwarb sich die in rouäs bosse ausgeführte Figur Niederlands von Leopold Wiener (Bruder des ausgezeichneten Medailleurs), so wie die Statuette eines »Landmädchens« von eben demselben ebenfalls Auszeichnung. In England ist Engel, ein Ungar von Geburt, seit Jahren mit Arbeiten für den Hof und die hohe Aristocratte beschäftigt. Ebenso arbeitet der Bildhauer Guldenstein in Stuttgard schon seit 1848 für den königl. würtemberg'schen Hof, und ist gegenwärtig mit der Ausführung mehrerer großartigen Thiergruppen in Marmor beschäftigt. Was der unglückliche Guttmann — ebenfalls ein Ungar — geleistet hat, wurde in unserm jüngsten Jahrgang mitgetheilt. Wie uns von glaubwürdiger Seite versichert wird, gehört auch der englische Bildhauer Gibson, welcher seit mehreren Jahren in Rom lebt und große Anerkennung genießt, unserm Stamme und Glauben an. Unter den französischen Malern