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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 75

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 75 (sequence 119)
Language
German
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IRI
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75 giftet zu haben, lieber 2000 Juden, die es verschmähten ihr Leben durch die Taufe zu retten, erlitten den Feuertod auf den Scheiterhaufen, die man auf den Friedhöfen errichtet hatte, viele Andere wurden niedergcmetzelt, nachdem man ihre Häuser geplündert hatte. In dem Bilde, das Duval ausgestellt hat, sehen wir Juden, aus Spanien vertrieben, auf dem Molo von Genua ausgesetzt; sie sterben vor Hunger an den Thoren der Stadt, welche ihnen den Einlaß verwehrt. Sehr richtig wird hiebei bemerkt, daß die charactervollen Figuren und die malerischen Costüme bei jüdischen Sujets den Maler ausnehmend begünstigen. Doch ist es gewiß nicht diese Rücksicht allein, welche in neuerer Zeit auch christliche Maler bestimmte sichdenselben zuzuwenden; weit erfreulicher ist es uns, sie in jener schonen Humanität zu erblicken, die aus dem Qualm und Nebel des cvnfeffionellen Haders immer siegreicher durchbricht, lind ein solcher Zug tritt uns unverkennbar in Stoff und Behandlung einiger Bilder entgegen, welche wir von der Kunstkritik besonders ausgezeichnet sehen. Bei der vorjährigen dritten Hauptversammlung des Vereines für historische Kunst in Nürnberg wurde der erste Preis zwischen Schmitz in Frankfurt und Bleibtreu in Düsseldorf getheilt. Das erstgedachte Bild behandelte folgenden Gegenstand: »Bischof Johann von Speyer schützt die Juden gegen die Angriffe des Volkes.« Bei der vorjährigen Ausstellung zu Düsseldorf stellte Jaroslaw Czermack .den Judenkirchhof zu Prag im siebzehnten Jahrhundert« aus. Es war damals den böhmischen Juden untersagt, sich irgend anderswo zu versammeln, und Czermack hat diese jüdischen Katakomben mit größer Innigkeit und Naturwahrheit wiedergegeben. Aus diesen Beispielen läßt sich wohl entnehmen, daß der Begriff einer jüdischen Kunst mit der Behandlung jüdischer Stoffe im Style großer Meister noch nicht seinen vollendeten Ausdruck fand und vielmehr erst in neuester Zeit lebendiger aufgefaßt wurde; daß

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