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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 73 (sequence 117)
Language
German
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IRI
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73 führen. Wir haben dieses Bild schon vor 13 Jahren im Carton zu München gesehen, und fanden uns schon damals von dem excluflven Geiste, der sich darin abprägt, tief verletzt. Diese Empfindungen haben sich nicht im geringsten abgeschwächt, als wir es in seiner Vollendung sahen, und nimmer wird uns die darin aufgewendete Kunst mit dem Grundgedanken versöhnen können. Nicht aber die Negation und der positive Gegensatz allein sind es, welche den Gedanken einer jüdischen Kunst in uns erregen und befeuern. Wir finden ihn vielmehr völlig ausgebildet, und die schöne Verwirklichung durch Berufene bereits eingeleitet. Vor Allem sei hiebei der Verdienste des Herrn Oppenheim, Professor der Malerei am Städl'schen Kunstinstitute zu Frankfurt a. M., gedacht. Er hat die Idee, jüdische Stoffe mit jüdischem Bewußtsein darzustellen, nicht nur in sich ausgenommen, sondern auch cvnsequent in einer ganzen Reihe gelungener, größtentheils durch Stich und Steindruck weiter bekannt gewordener Bilder in Ausführung gebracht. Wir selbst haben in unserm letzten Jahrgangs eines dieser lebensvollen Bilder — der Seder — in einem Stahlstich gebracht und trotz der Reducirung des Formats, worunter das Bild nothwendig litt, hatte es sich allgemeinen Anklanges zu erfreuen. Prof. Oppenheim hat, so weit es uns bekannt geworden ist, noch folgende Gemälde, die in verschiedenen Sammlungen zerstreut sind, nach jüdischen Stoffen ausgesührt: »der Sabbathabend oder der heimkehrende jüdische Soldat,« »die Erzählung der drei Ringe,« »Lavater bei Mendelsohn« (der bekannte Bekehrungsversuch), »der Segen des Großvaters« und einige später entstandene. Prof. Oppenheim führt uns selbst seine Intentionen bei einigen dieser Bilder in einer an den Verfasser dieses Aufsatzes gerichteten Zuschrift vor, und wir erlauben uns seine eigenen Worte darüber anzuführen. »Der Segen des Großvaters« ist im Besitze des kunstsinnigen Wiener Großhändlers Hrn. Max Springer.

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