Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 83)
- Language
- German
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39 dürfen darum nicht erschrecken, wenn auch uns eben ein Würstlein an der Nase hängt, das für den dritten Wunsch bereits reif geworden ist, und auch wir auf dem Umwege der Uebereilung und des Jrrthums zur Besonnenheit und Wahrheit gelangen. Denn also stehet es geschrieben: »Zuerst war der Abend, und alsdann kam erst der Morgen, bis da ward ein Tag.« Aber in unserer Zeit, da lebt sich's rascher als ehedem, und noch mit blonden Locken und Pochendem Marke kann man sich überlebt sehen, und heute schon der Geschichte angehören, wo man gestern erst zur Bedeutung gekommen. Diese schnellen Standpunctsüberwindungen erzeugen viel Grämlichkeit und hartnäckige Beharrlichkeit in unserer Mitte. Allein gereicht es denn wirklich einem Weisen der Vorwelt zur Unehre, daß er um Jahrtausende vor uns gelebt, und wir, aus seinen Schultern stehend, eine weitere Fernsicht haben? Nein! Wir beabsichtigen wahrlich hier keinen Unglimpf weder der alten noch der jungen Greise, die sich — überlebt haben. Wir ehren ihr redlich Streben, aber wir bitten um Entschuldigung, daß wir jünger, und daher schon beim dritten Wunsche angelangt sind. Also nichts für ungut, wenn wir für Heuer erzählen, wie es auf dem Gebiete des jüdischen Schulwesens stehe, mit dem — Märlein von den drei Wünschen. II. Was die Iudenfchule eigentlich fei. »Denn daö ist eure Weisheit und Einsicht den Völkern gegenüber.« 5. B. M. 4, 6. Die Judenschule ist in einem solchen Sinne sprichwörtlich geworden, daß Leute mit delicaten Ohren schon bei Lesung dieser