Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 82)
- Language
- German
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38 anfangen können, als den unwillkommenen Nasenzierrath wieder wegzuschaffen. Und weg war Wurst und Fee und Glück — die Noch und der Wunsch, die blieben zurück; aber jene fand keine Linderung, dieser keine Befriedigung mehr. Ich war ein Knabe noch, als ich das Märlein zuerst gelesen, und ich weiß nicht, wie es kam, daß es so lebhaft meinen Geist beschäftigte, und mir gar nicht aus dem Sinn gekommen wollte. Ich mochte wohl ahnen, daß etwas mehr als eine Wurst dahinter stecke! Und ein Jüngling ward ich; das Geschick trat früh an mich heran, in die Schranken meine Kraft zu fordern, und was ich aus dem Sturm und Drange meines Sommers gerettet und mit herübergenommen, es war: das Märlein von den drei Wünschen. Auch mir hatte der Augenblick so manchen Wunsch geboren, an dessen Erfüllung ich im ersten Heißhunger einen guten Theil meiner Kraft gesetzt, um dann den Rest an die Entfernung des Erreichten zu wenden. Ich reiste zum Manne heran, trat aus der Beschränktheit meines Einzellebens, und schritt durch die große glänzende Bilderhalle der Weltgeschichte. Auch da sah ich einen Schatten gespensterhaft durch die Zeiten ziehen, es war: — das Märlein von den drei Wünschen. Freilich hat Alles dort seinen vornehm klingenden Namen. Man sagt nicht Wurst, sondern Errungenschaft; man flucht sich diese nicht an die Nase, aber sie wird gar bald lästig; dann spricht man von wohlthätiger Reaction, von überwundenen Standpuncten, Rückkehr zur Einfachheit, bis allgemach eine neue Wurst nachwächst, die wieder ein mächtiger Schnitt wegräumt, um einer dritten Platz zu machen, die eben im Entstehen ist. Ein Wunsch jagt den andern, ein Streben löst das andere ab. Und doch ist und bleibt die ganze Geschichte nichts, als — das Märlein von den drei Wünschen. So ist es demnach Natur- und Geschichtsgesetz, dem sich kein geschaffener Geist entziehet, und wir Juden