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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 10

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 10 (sequence 54)
Language
German
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10 wurde, zur Vertreibung der Juden 383 fl. zu contribuiren, welcher Betrag 1496 um 141 fl. erhöht wurde. ') Maximilian gewährte im letzteren Jahre dem Wunsche der Steiermärker, namentlich der Landstände, die diese Angelegenheit mit ihm verhandelten und welche als Ersatz für die verlorengehenden Einkünfte 38,000 rheinische Gulden freiwillig darboten. Der kaiserliche Verbannungsbrief, ausgefertigt in Schwäbisch-Werde, ddo. 19. März 1496, verbannt die Juden als Bewohner aus der Steiermark, weil sie sich einer Vermessenheit gegen das heilige Sacra- Ment des Altars, dann des Mordes der Christenkinder schuldig gemacht hätten. Wermuthlich fielen die Besitzungen der Juden dem Kaiser zu, welcher sie verkaufte, verschenkte oder damit belehnte; Maximilian schenkte das sogenannte Judel-Judenhaus in der Schmiedgasse in Graz an Ritter Erhard von Pollheim. * 2 3) Wenn der kaiserliche Verbannungsbrief auch das Erwerben von liegenden Gütern den Juden unmöglich machte, so scheinen diese doch noch durch das Land gezogen zu sein, ohne natürlich einen Einfluß auf die allgemeinen Verhältnisse auszuüben. Im achtzehnten Jahrhundert finden wir jenes bestätigt; Kaiser Carl VI. stellt ddo. 6. Mai 1714 die Tariffe für das kaiserliche Mauthamt in Leoben fest, nach welchen ein Jude für seine Person eine Mauthgebühr von 1 Gulden zu entrichten hatte, Christen mußten für ein Stück Vieh zahlen. °) *) Graf a. a. £)., S. 86. 2) Aus diesem und zwei anderen Häusern entstand ein großes Gebäude, das 1640 an Otto Gottfried von KollonitS kam. Schmutz a. a. O., I. Band, S. 578. Uebrigens ist es dahingestellt, ob das Judel-Judenhaus nicht das Amtsgebäude des kaiserlichen Amtes »Judlamt« und schon dem Kaiser gehörig gewesen ist. 3) Graf a. a. O., S. 134.

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