Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 397 (sequence 436)
- Language
- German
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397 Aus Gitcls Umarmung richtete sich jetztRosel auf, und reichte dem alten Bauer ihre Hand, die er herzhaft ergriff. Zwischen Thränen lächelnd sagte sie: »Deiner Babe Märchen hat doch Recht gehabt. Aus der Prinzessin ist eine Bäuerin geworden.« »Wie ein Prinzessel sollst Du aber auch gehalten werden,« sagte Rebb Feiwel. Endlich ermannte sich auch Eitel. »Kinder, meine Kinder!« rief sie, »ich frage gar nicht, wie das so gekommen ist — Gott der Allmächtige hat sein lebendiges Wunder an Euch verrichtet, das seh' und erkenn' ich, und hat Alles so gefügt, daß es eintreffen mußte, wie cs eingetroffen ist. Und wenn ich auch nicht absehe, wie euer Zusammenfinden zu einem glücklichen Ende führen soll — ich frage nicht weiter darum, und beschwere mir nicht mein Herz in dieser gesegneten Stunde! Ich überlass' das Gott dem Allmächtigen im Himmel, der mag thun, wie ihm gutdünkt. Einstweilen aber will ich Euch meinen Segen geben. Komm her, mein Zoffef, und stell'DichdanebenmeineTochter Rose!. Ich will Euch benschen.« Stille ward es in der Stube; der Segen einer guten alten Frau und Mutter stieg lautlos zum Himmel auf. * * Fast sollte man sagen, es verstehe sich von selbst, daß sobald Rosels Liebesgeschichte aus dem engumfriedeten Kreise des Bauernhofes in die Oeffentlichkeit trat, Hindernisse auf Hindernisse sich thürmten- Kann man der Welt die zarten, gehcimnißvoll gesponnenen Fäden zeigen, aus denen solch' ein Gewebe besteht? Sie greift daran mit plumper Hand, und ob es reiße oder nicht — sie fragt