Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 374 (sequence 413)
- Language
- German
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374 einer Verabredung, die nicht so sehr gegen das »Prinzeffele,« als gegen ihren eigenen Sohn gerichtet war. Wie sollte sie ihm unter die Augen treten, wenn die Stunde der Lösung gekommen war? Es war gut, dasiJoffef an diesem Tage von dem altenBauer in ein benachbartes Dorf geschickt worden war, um dort eine »Kalbin« zu beschauen. Erst spät am Abend kam er unverrichteter Sache zurück. »Es sei nichts damit,« meinte er kurz, fast unwirsch. — Dann sagte er Allen eine guteNacht und ging aus sein Stübchen, »er müsse sich ausschlasen für den morgigen Wochenmarkt,« fügte er wie zur Entschuldigung hinzu. In aller Frühe fuhr Zossef mit einer Ladung neuer Frucht aus den Wochenmarkt. Die Nacht rang noch mit dem erwachenden Tage, graues Zwielicht lag über dem Dorfe. Einer von den Knechten hatte das Hofthor aufgethan, und Joffes war eben im Begriffe sich auf den Wagen zu schwingen, als er hinter sich eine seineMädchenstimme vernahm, die aus Rosels Stübchen kam; denn dieses lag nach dem Hofe. Er blickte nach dem Fenster hin, da sah er das Prinzeffele völlig angekleidet vor sich. »Guten Morgen, Joffes!« rief sie ihm zu. »So zeitlich steht eine Prinzessin auf?« konnte Joffes sich nicht enthalten scherzhaft ihr zuzurufen, indem er sich aus den Wagen schwang. »Ich bin schon lange keine Prinzessin mehr,« meinte Rosa, und es war gut, daß sie im Zwielicht stand; sie erröthete nämlich, indem sie dieses sprach. »Warum sind Sie denn aber so zeitlich aufgestanden, Fräulein Rosel?« sagte Joffes, ohne nach dem Fenster hillzusehen. »Ich habe nicht schlafen gekonnt,« sagte Rosa. Wir müssen