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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 361

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 361 (sequence 400)
Language
German
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361 der seinen Feldwebel vor sich hat, vor dem er nicht »muxen« darf? Ich bin deine Mutter, Joffes, also mehr als dein Feldwebel! Und jetzt geh'! Ich halte Dich nicht auf!« So ungewohnt diese Vorwürfe und der Ton, in welchem sie vorgebracht wurden, für Joffef waren — er ertrug mit gesenktem Kopfe die ganze Last. Ohne ein Wort der Widerrede wandte er sich von ihr ab, und ging langsamen Schrittes ins Haus hinein. Die Bäuerin blieb mit ihrem Zorne und ihren Gedanken über des Sohnes seltsames Thun allein. Der erste schwirrte noch eine Zeit lang in ihr, wie aufgeregte Wespenschwärme; bald jedoch traten die andern mildernd und beruhigend in den Vordergrund ihrer mütterlichen Sorge. Was mochte das sein, das ihren Sohn in so kurzer Zeit derart umgestalten formte? Sollte es in der That der Haß gegen Hannele Ehrenfeld's Tochter sein? Was hatte ihm diese aber zu Leide gethan? Es mußte so sein. Denn nun erst kam es ihr in den Sinn, daß die »Auswechslung« Jossefs mit dem Augenblicke begonnen, da Rosel ins Haus gekommen. Gott derLebendige wußte, warum Joffef gegen das Mädchen so eingenommen war. Aber jetzt gab es keine andere Wahl; entweder ging der einzige Sohn wieder unter die Soldaten — oder Rosel mußte das Haus verlassen! Heiße Thränen flössen bei dieser Betrachtung über Gitels Wangen; sie sollte ein ihrem Herzen so Liebgewonnenes von sich scheiden lassen! Schon jetzt, wo sie den Gedanken an Rosels Weggang blos dachte, war es ihr, als scheide etwas Leuchtendes, etwas unendlich Wohlthuendes aus ihrem Hause, und als bliebe darin nur Finsterniß und Beklemmung zurück. Jetzt erst fühlte sie sich recht als die Mutter auch dieses Kindes; es war ihr nicht anders, als müßte sie eine Tochter in die weite fremde Welt ziehen lassen. Aber ihr blieb ja keine andere Wahl: Rosel mußte aus dem Hause! Lange saß sie so in tiefem Sinnen. Da kam unversehens die,

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