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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 340

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 340 (sequence 379)
Language
German
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IRI
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340 Haben darf, so kann ich auch die paar Finger für ihn hergeben! Aber Eines hat mich doch dabei zumeist geschmerzt!« — »Was?« habe ich gefragt. — »Wie ich im Spital im Wundfieber gelegen bin. ist mir's allerweile vorgekommen, als hätte ich noch alle meine zwei Finger und ginge hinter einem Pflug einher, den ich drehte und wendete, je nachdem es der Boden erforderte. Wenn ich dann aufwachte und spürte, daß die Finger mir fehlen, und daß ich vielleicht durchs ganze Leben ein Krüppel bleiben und keinen Pflug werde mehr anrühren können, da hätte ich darüber bald geweint! »Denk' Dir nur, Mutter, auf seinem Schmerzenslager, mit zwei abgeschossenen Fingern, träumt er von nichts Anderem, als wie er hinter dem Pflug wieder geht! »Uebrigens hat's ihm, Gottlob! nicht geschadet. Der Jossef hebt selbst mit der Hand, woran ihm die zwei Finger fehlen, einen Sack Getreide aus den Wagen, wovon Herr Julius Arnsteiner augenblicklich den Tod haben möchte. Die Wunde ist längst zugeheiit, und mir scheint, Jossef ist stolz darauf! »So, liebe Mutter Leben bis zu hundert Jahren! jetzt mach' ich in meinem Geschreibsel einen Athemzug und will schließen. Morgen wird zum ersten Male auf Rebb Feiwel's Feld geschnitten, das wird ein heißer Tag werden, und ich freu' mich schon seit vierWochen daraus. Wie ich aufs Dorf kam, sind mir die grünen Halme desselben Feldes bis ans Knie gegangen; jetzt sind sie goldgelb und so hoch, daß ich mich darin verbergen kann. Es wird heuer ein gutes Jahr, sagt Jossef. Im Hof schleift der KnechtPawel die Sense. Früher wäre mir der Schall durch die Seele gegangen und Schauer Hätten mich ersaßt; jetzt hör' ich und lausche — und ich weiß selbst nicht, was ich daran so gerne höre. »Jetzt beginnen die großen Arbeiten bei uns. Wer es nicht mit eigenen Augen sieht, würde es nicht glauben, welche Mühe und

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