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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 341

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 341 (sequence 380)
Language
German
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IRI
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341 Plage meine Hausleute haben. Unsere Hausirer und Dorfgeher plagen sich gewiß auch, was ist aber der größte Pack mit altem Zinn oder Hasenhäutchen gegen das, was Joffes in einer Stunde eines Sommertages vollbringt? Dabei ist er stark und frisch, und die Gesundheit lachr ihm aus den braunen Augen. Warum sieht keiner unserer Hausirer so aus, wie mein Rebb Feiwel? WennDu mich nicht bald von hier fortnimmst, werde ich noch eine ganze Bäuerin. Ich bin deine Dich aufrichtig liebende Tochter Rosel, früher Rosa Ehrenfeld.« »P. S. Sag' mir nur, warum hast Du mir früher so gar nichts von deiner Freundin Gitel erzählt? Die soll eine Bäuerin sein! Mutter, von der werde ich Dir erzählen, wenn ich einmal wieder bei Dir bin! Noch Eines! Früh Morgens, zu Mittag und Abends bet' ich jetzt täglich aus Gitels dickem Sidur! Sie will's so, und ich thue, was sie schafft. Schade, daß keine deutsche Uebersetzung dabei ist! Aber Gitel meint, sie bete schon über sünfundvierzig Jahre ohne Ilebersetzung. Die Obige.« Als Hannelr Ehrenfeld diesen Brief zu Ende gelesen hatte, schüttelte sie gar bedenklich den Kopf. Rosel hatte während ihres Aufenthaltes auf dem Dorfe schon mehrere Briese geschrieben, die waren alle kurz und nichtssagend, enthielten nur die Hauptsache, daß das Mädchen sich wohler fühle, aber sie hatten sie weit mehr befriedigt, als dieses langathmige Schreiben. Es war in dem Briese etwas, was nicht nach dem Geschmacke der reichen Frau sich lesen ließ. Sie las den Brief mehrmals durch, aber er zeigte sich ihr von keiner bessern Seite. Nur auf wenige Augenblicke müssen wir das Dorf verlassen. Wir kommen zeitlich genug wieder zurück, um bei der Ernre gegenwärtig zu sein, auf die sich Rosel so freut. Das schönste »Gewölbe« unter den »Lauben« vom Ringplatze harte Hannelr Ehrenfeld inne. Sie saß darin wie eine Köni-

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