Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 349)
- Language
- German
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308 formt’ Einer von Ihren Leuten bis Brandeis kommen, das ist die Halste Weges. Da möcht' ich mit meiner Rosa warten, weil ich von meinem Geschäft nicht lang abwesend sein kann. Schreiben Sie mir mit umgehender Post, und ich werde nicht ermangeln, danach das Weinige einzurichten. Die Obige.« Lautlos hatte die Bäuerin das lange Schriftstück angehört, unverwandt hatten dabei ihre Blicke an den Lippen des Vorlesers gehangen. Als er jetzt innehielt, seufzte sie tief auf; es hatte sie heftig bewegt. »Das ist ein Rapport! Die versteht’s fast so gut wie unser Feldwebel,« sagte Joffes, indem er sich erschöpft an den Daum lehnte. »Weil Du nicht weißt, wie einerWutter um'sHerz ist,« fuhr es heftig aus der Bäuerin, »weilDu gar nicht bedenkst, was Hannele Ehrenseld leidet.« »Wie kommt das dazu?« fragte lächelnd der Soldat. »Du bist also schon fertig mit deinem Beschluß?« »Wie so?« entgegnete die Bäuerin und erröthete, als wäre sie auf einem verborgenen Gedanken ertappt worden. »Ich seh' Dir's an,« sagte Joffes und sah sie dabei forschend an. »Ich soll sie also nicht ins Haus nehmen?« fragte sie hastig, »ich soll also von Hannele Ehrenfeld, von meiner alten Freundin, mich umsonst bitten lassen?« »Bittet sie Dich denn?« meinte Joseph mit einem leichtenAnflug von Hohn. »Sie will ihre Tochter nicht zu »einfachen« Leuten aufs Dorf geben, unter die Küh und Ochsen —; weil ihr's aber der Doctvr streng commandirt, so thut sie's doch, und schickt sie zu uns. Sonst hättest Du in deinem ganzen Leben kein Wort von Hannele Ehrenfeld gehört.« »Geh! geh!« eiferte die Bäuerin, »was hätt' sie mir schrei-