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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 307

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 307 (sequence 348)
Language
German
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IRI
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307 Luft, da fonnt’ ihr vielleicht noch gut werden- Da hall' ich ihn aber mit allem Respect, den ich vor ihm habe, ganz gut ausgelacht, wie beschwert auch mein Herz war. Mein Kind, Hannele Ehrenfeld's Tochter, soll auf ein Dorf! Und von den Büchern sollt' sich ihre Krankheit herschreiben! So viele Pfund wiegt sie gar nicht, was sie an Silber schon gekostet hat, und französisch kann sie, besser noch als deutsch. Es soll Eine auftreten, und soll so einen Brief schreiben, oder aus einem Buche so vorlesen, wie meine Rosa! Eine Prinzessin ist auch nicht feiner aufgezogen worden, wie mein Kind! Ich Hab' ihn also gut ausgelacht meinen Herrn Doctor, und Hab' das Kind nicht auf ein Dorf unter die Kuh' und Ochsen geschickt, weil das für meine Tochter nichts ist. Dazu hat sie ihr Französisch und Deutsch nicht gelernt, daß sie in ihrem achtzehnten Jahr soll unter einfache Leute gehen! Hab' ich nicht Recht, herzliebste Eitel Leben? Lebt sie denn nicht unter einfachen Leuten? Ich versteh' den Doctor gar nicht, was er damit meint. Weil er mich aber in einem fort ängstigt, und mir Tag und Nacht vorhält, dem Kind könnt' nicht besser werden, und es geht mir zu Grunde, so Hab' ich mich doch als Mutter dazu entschlossen, und will mir keine Dorwürse machen. Und wie eine Stimme vom Himmel ist mir dabei eingefallen, daß ich sie ja nirgends besser aufgehoben habe, als bei Ihnen, herzliebste Eitel Leben. Was soll ich thun? eine Witwe kann sich ja nichr helfen, und muß auf den Rath Anderer hören. Also, herzliebste Eitel Leben, thun Sie mir aus alter Freundschaft den Gefallen, und nehmen Sie mein Kind zu sich, es soll bei Ihnen gesund werden. Diel Mühe wird Ihnen das Kind nicht machen; wenn es nur einen Platz hat, wo es ein Buch lesen kann, ist sie zufrieden. Ich verlass' mich darauf, daß ich keine Fehlbitte gethan habe, und schließe als Ihre aufrichtige Freundin Hannele Ehrenfeld.« »Nachschrift. Sie haben doch gewiß Roß und Wagen? Da 20»

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