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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 306

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 306 (sequence 347)
Language
German
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306 der Welt geführt hat; er hat nicht eine gesunde Stunde gehabt, und wie er vor zweiJahren (einenTag vor Purim hgb' ichJahrzcit) leider Gottes gestorben ist, da haben die Doctors gesagt, das was ihm gefehlt hat, ist ein zu groß Herz gewesen. Gitel Leben! da haben Sie keinen Begriff davon, wie Schweres mir durch den Tod von meinem seligen Ehrenfeld geschehen ist. Zch hätt' ihn gern noch gepflegt und gewartet, noch einmal und zweimal so lange, denn was thut man nicht Alles für einen kranken Mann, aber so bald hätt' ihn Gott doch nicht zu sich rufen müssen. Was Hab' ich jetzt davon, daß ich in der ganzen Weit die reiche und angesehene Hannele Ehrenfeld heiße? Zu leben hätte ich genug gehabt, dafür hat mein guter Ehrenseld nicht zu sterben gebraucht, und mit dem was ich, Gott seiLob undDank! von ihm habe, hätt' er und ich noch bis zu hundert Jahren können auskommen, und hätten uns nicht brauchen ein grau' Haar wachsen lassen. Es hat aber nicht so sein sollen, und so steh' ich jetzt ohne meinen guten Ehrenfeld mutterseelallein auf der Welt, und weiß nicht, was ich mit dem einzigen Kinde anfangen soll. Die Docivren zerbrechen sich den Kops, was meinerRvsel fehlt; der eine räth dies, der andere jenes, aber keiner hat noch gemacht, daß sie besser aussieht, und sr.sch und gesund wird. Wenn man sie fragt: »Rosa Leben, wo leidest Du? wo thut's Dir weh?« dann schüttelt sie den Kopf und zeigt aufs Herz! Leider Gottes! Ich will's gar nicht aussprechen, was meine Meinung über die Krankheit von meiner Rosa ist, ich glaub' aber, ihr fehlt, was ihrem Vater gefehlt hat, nämlich auch ein zu großHerz. Neulich hat mir gar einer von den Doctores, der Dr. Prager, gesagt — seinenVater werden Sie gewiß noch gekannt haben, er hat SchimmeDorsgeher geheißen—desKindes Krankheit, hat er gesagt, kommt von lleberspannung und von dem vielen Bücherlese» her, und wenn ich nicht wollt', daß sie langsam dahinschwinde, so müßt' ich sie auf ein Dorf schicken, unter einfache Leute und in gesunde

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