Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 282)
- Language
- German
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241 auch Jenen leuchten, dieTreue ihrem Kaiser nicht minder wie ihrem Gott bewahrt haben. Was die inneren Zustände der Juden in Oesterreich betrifft, so verweisen wir aus die bezüglichen Artikel dieses Jahrbuchs, »Ehrentafel der österreichischen Juden,« »Zustände der Juden in Galizien und in der Bukowina.« Gibt es auch überall genug aufzubauen und zu verbessern, eine unbefangene Würdigung muß es erkennen lassen, daß die Einrichtungen von jüdischen Cultusgemeinden in Oesterreich, Böhmen, Mähren, Schlesien und einem großen Theil von Ungarn den Vergleich mit denen in andern Ländern, in welchen die Juden vollkommen emancipirt sind, durchaus nicht zu scheuen haben. Sicherlich aber sind sie ihnen in der sorgfältigenBewahrung vor religiösem Zwiespalt voraus. In Preußen hat sich die Lage nicht besonders verändert, und von Fortschritten nach außen hin hätten wir höchstens zu erwähnen, daß im verflossenenJahre noch weiterhinJuden als Assessoren staatsamtlich augestellt wurden. Auch wurde dem verdienten Botaniker Ferdinand Cohen zu Breslau der Titel eines Professors verliehen. Alexander v. Humboldt beklagt übrigens in einem Schreiben, daß die Fortschritte religiöser Toleranz und staatsbürgerlicher Gleichheit in Preußen nichr glänzend seien. — Aus freier Wahl ihrer christlichen Mitbürger sind viele Juden, namentlich in Westpreußen, zu städtischen Ehrenämtern berufen worden. Die preußische Kammer hat sich erst in einer der jüngsten Sitzungen mit jüdischen Zuständen beschäftigt. Es geschah aus Anlaß einer Petition. Dieselbe verlangte die Mitwirkung des Staates bei Anstellung und Entlassung der jüdischen Cultusbeamten, die Verpflichtung der jüdifchen Cultusgemeinden zur Anstellung von Religionslehrern und endlich die Röthigung zum Religionsunterricht für alle jüdischen Kinder. Nach einer kurzen Debatte ging die Kammer zur Tagesordnung über, wie es der Cultusminister aus dem Grunde be- Jahrb. f. Jsr. 1858. 16