Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 274)
- Language
- German
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- Odesa 1× ep/1000834
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233 sche Publicistik stellt das Wirken derZuden alsOeconomcn in einem sehr vorteilhaften Lichte dar. Wir erfahren bei diesem Anlässe, daß schon 1203 die Hebräer Joseph und Ehaskiel Güter in Polen besaßen , und daß man unter Sigismund August in den polnischen Provinzen auf eine große Menge Juden stieß, welche nicht so verachtet waren, wie an anderen Orten, und nicht vom elenden Schacher lebten, sondern Güter besaßen. lieber die Betheiligung der Juden an der zu Odessa errichteten Gärtnerschule erhalten wir nähere Angaben: Unter 20 Eleven befanden sich sechs Juden. Der geachtete Kaufmann Hr. Zederbaum hat nicht nur die Leitung des Religionsunterrichts für die israelitischen Zöglinge übernommen , sondern auch zur Beruhigung der strenggläubigen Eltern für eine besondere jüdische Küche Sorge getragen. Seinen eigenen Sohn ließ er in der Anstalt zum Oeconomen bilden, und wurde derselbe bereits der Regierungscommiffion zur Jnspicirung der Ackerbaucolonien beigegeben.—Der hebräische EhrenbürgerJewselGünzburg zuMitauhat ein Capital von 10,000 Silberrubeln zu dem Zwecke dargebracht, daß die Zinsen als Prämien an die ausgezeichnetsten hebräischen Ackerbauer vertheilt werden. Anstellungen im russischen Staatsdienste waren den Juden auch unter Kaiser Nicolaus durch das Gesetz unvcrwehrt; es scheinen jedoch geheime Weisungen bestanden zu haben, welche ihnen dieselben unzugänglich machten, da hierüber Thatsachen fehlen. Rach Kaiser Nicolai'sTvde wandten sich mehrere talentirte jüdische Aerzte an den damaligen Minister der Staatsdomänen (jetzt Botschafter in Paris) Grafen Kiffeleff, um seine allbekannte edle Humanität zur Einflußnahme auf die bisherige factische Ausschließung der Juden vom Staatsdienste zu erwirken. Es ist Grund anzunehmen, daß dieser Schritt nicht ohne Einwirkung auf die hiernach erfolgten Verfügungen und Anstellungen blieb, indem bei der wohlwollenden Ge-