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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 221

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 221 (sequence 262)
Language
German
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221 würdiger Offenherzigkeit und Anerkennung selbst gestehet, woraus wir bereits als bedeutungsvoll hingewiesen haben. Eine ausgebreitete gelehrte Korrespondenz von Nah und Fern machte den anspruchlosen Rapoport erst recht eindringlich aus die Tragweite seiner historisch-kritischen Arbeiten aufmerksam. Dadurch und durch den Kamps der zunehmenden Jahre wurden ihm die Hemmnisse, dieseinGeistesflug imDrang seiner beschwerlichenTagesgeschäfte erfahren mußte, erst recht fühlbar, ja unerträglich. Er war nun darauf bedacht, den drückenden Staub der Alltäglichkeit von seinen Schwingen abzuschütteln. Im Jahre 1830 erst bildete sich bei ihm der feste Entschluß, Berus und Neigung möglichst zu vereinen, und sein immenses Wissen in der rabbinischen Literatur auch zu einer practischen Lebensstellung zu verwenden; mit einem Worte, ein Rabbinat in einer großem gebildeten Gemeinde anzunehmen. *) Die Gelegenheit ließ nicht lange aus sich warten. In Tarnopol, dem damaligen Athen Galiziens — wenn auch die Weisen Griechenlands noch nicht vollständig darin vertreten waren—wurde ein Rabbinat vacant. Durch Joseph Perl's Verwendung, da er durch Intelligenz und Besitz, besonders aber durch seine Entschiedenheit, eine Art Dictatur in jener Stadt ausübte, wurde derVorstand bestimmt, mit Genehmigung des Lemberger Guberniums, Rapoport 1838 als Kreisrabbiner zu berufen. **) Er kam, sah und siegte über alle Hemmnisse und Verfolgungen, welche die alte Garde des Obscurantismus — versteht sich im Finstern, dem gewöhnlichenVerstecke aller lichtscheuen Naturen—gegen ihn, den auf- *) Bergt. Kerem Chemed I., S. 13, den Brief Rapoport'S an Luz- ' zatto. **) Sämmtliche hebräisch abgefaßte Actenstücke, diese Wahl betrefsend , siehe Kerem Chemed IV. S. 241—248

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