Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 205)
- Language
- German
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164 eine verbesserte Fütterungsmethode eingeführt. Beides fand Nachahmung, und gegenwärtig beschäftigt mich der Gedanke, wie man derartige landwirthschastliche Maschinen der weniger bemittelten Claffe zugänglich machen kann. Der frühere Pächter in Väsmos erhielt mit Noth 3—400 Schafe und einige schlechte Zugochsen, während die jetzigen, die Herren M. Stern und M. Neumann, 800—1000 Schafe und viele gute Zugochsen halten. Ebenso hat Hr. Eduard Todesco in N. Vüsöny beinahe alle in sehr schlechtem Zustande übernommenen Wirthschaftsgebäude ganz neu hergestellt, großartige Spiritusbrennereien errichtet, und das srüher nur gering zu verwerthende Holz aus den benachbarten Waldungen der Stadt Veßprim zugänglich gemacht. Nicht minder günstig ist die Einflußnahme, welche viele kleinere jüdische Oekonomen durch Nüchternheit, Fleiß und vernünftige Sparsamkeit aus ihre Umgebung üben. Diese Eigenschaften treten einerseits gegen die Trägheit und Gedankenlosigkeit des ungarischen Bauers hervor (der das Sprichwort im Munde führt: »A panik is csak igy szoktak« —unsere Väter haben es auch nur so gemacht), anderseits gegen die Prunk- und Vergnügungssucht des kleinen Edelmannes. Der jüdische Oeconom beaufsichtigt sein Gut selbst, müht sich von Früh bis Abend ab, und hält auch seinen Knecht zu Fleiß und Ordnung an. Nur so läßt sich der Fall erklären, daß eine Pußta von 1000 Joch, die seither im zehnjährigen Durchschnitt nicht Einen Gulden eintrug, gegenwärtig an einen jüdischen Oecvnomen mit 8000 fl. verpachtet ist. Unser wackerer Berichterstatter knüpft hieran Beispiele einer ebenso fahrlässigen Verwaltung von Gemeindegründen. Es wäre zu wünschen, fügt er hinzu, Laß den verehrlichen Comitatsbehörden von oben herab ein Wink gegeben würde, an den Orten, woselbst sich israelitische Grundbesitzer vorfinden, sie der Gemeindeverwaltung — wenigstens für die öconomischr Abtheilung — zuzuziehen.