Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 206)
- Language
- German
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165 Hieraus dürste eine vie! bessere Gebahrung des Gemeindevermögens, eine billigere Repartition der Steuern und eine kräftigere Förderung aller wohlthärigen Institutionen entstehen. — Aus Böhmen und Mähren haben wir im vorigen Jahre Mancherlei über den Betrieb der Landwirthschaft bei der israelitischen Bevölkerung gebracht. Ergänzend hinsichtlich des letztgedackiten Kronlandes schreibt man uns aus Trebitsch: Auch hier und in der nächsten Umgebung wird die Oeconomie pachtweise mit Fleiß und Emsigkeit betrieben, und wäre die Besitzfähigkeit der Israeliten nicht provisorisch aufgehoben, gewiß würde schon ein bedeutender Theil unserer wenig bemittelten Gemeindeglieder den sie nur kümmerlich ernährenden Kleinhandel verlassen haben, um so wie ihre Vorfahren in Palästina, und ihre Glaubensgenossen noch ietzr in andern Ländern den Pflug mit Freude zu ergreifen. — Als musterhaft wird die von Herrn Spitz aus Pilsling pachtweise betriebene und mit großartiger Spirituserzeugung verbundene Wirthschafr auf dem Graf Lamberg'schen Gute Gillenberg gerühmt. Daß die geringe Anzahl der in österreichisch Schlesien ansässigen Israeliten sich mit besonderer Vorliebe dem Ackerbau zuwendet, kam ebenfalls schon früher vor. Aber ein edler Zug von einem jüdischen Gutsbesitzer in Schlesien ist hier wohl an seiner Stelle. Ein Knecht in Domaslowitz, Kreis Teschcn, zündete dem dasigen jüdischen Gutsbesitzer die Scheunen an. Das Motiv seiner Thal war Rache, indem kurz vorher der Gutsbesitzer den Knecht wegenWaldfrevel mit einer Geldbuße bestraft hatte. Die gerichtliche Untersuchung stellte auch den betreffenden Knecht als den wirklichen Thäter heraus, und das Urtheil lautete laut Srandrecht auf Todesstrafe. Der jüdische Gutsbesitzer jedoch sandte an den Kaiser ein Degnadi- -gungsgesuch für den Brandstifter ein, worin er das Verbrechen durch Hervorhebung aller mildernden Umstände in das gelindeste Licht zu setzen suchte, was denn auch wirklich zur Folge hatte, daß