Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 192)
- Language
- German
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151 nach, bei Voigtländer, S. 79), warum wollten und wie könnten die Rabbinen unserer Zeit die in Rede stehende Sache als ihrer Amtswürde entgegen betrachten? Damit ich endlich nicht der Gleichgiltigkeit gegen die Sache meines eigenen Berufes geziehen werde, wünsche ich Stiftungen zum Vortheile der Schule. Sollen die Schulen was leisten, so müssen deren Lehrer gut gestellt sein. Gleich den Ammen, die man nicht darben läßt, damit die Säuglinge genügende Nahrung erhalten, müssen die geistigen Nährväter ohne Noth, ohne drückenden Mangel leben. Wegen geringer Besoldung der Lehrer widmen meist nur dürftige Eltern ihre Kinder dem Lehrstande. Das schadet nun an und für sich nichts. Werden aber solche Individuen in ihren Heimats- oder in den benachbarten Orten angestellt, und machen sie in ihrem äußern Erscheinen oder in ihrem Wirken ihren Lehrerwerth geltend, da deutet man auf ihre Eltern hin, auf ihre Jugendzeit, und das ist Krankheitsstoff in dem ihnen nothwendigen Ansehen. Die dürftige Besoldung macht, daß es in des Lehrers Hauswesen so ärmlich und erbärmlich aussieht, daß Mangel aller Art an der Tagesordnung ist, Hunger das Regiment führt, daß eine ärmliche Kleidung ihn und seine Familie deckt, daß er nach den niedrigsten Nebenverdiensten trachtet, die härtesten Plackereien erdulden muß, das fördert obigen Krankheitsstoff zur Ab- und Auszehrung, die Armuth verschließt ihm die Zirkel der Gebildeten, stößt ihn aus dem Umgänge mit Angesehenen — was eine gute Arznei gegen das bedenkliche Aussehen seines Ansehens wäre — die Armuth aber versagt sie ihm. Die Armuth wirft sein öconomisches Schiff trotz alles Gegenruderns in den Strudel der Schulden, das ist des