Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 160)
- Language
- German
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119 rioti *) — wie die Triestiner Juden sie nennen — erkennt man weil leichter sowohl an der Aussprache als am ganzen Habitus. II. Partout ou il y a de i’argent, il y a des juifs. Wir wissen eigentlich nicht, ob diese Behauptung, die Montesquieu in den lettres persanes aufstellt, durchweg ihre Anwendung sinket, und ob sich der Satz nicht eben so gut umkehren ließe; gewiß ist jedenfalls, daß es in Holland viele Juden und auch sehr viel Geld gibt; eben so notorisch aber ist es, daß die eigentlichen Repräsentanten der Geldmacht, die Anführer der Hunderttausende, sowie die dicken Millionäre verhältnißmäßig weniger unter den Juden, als unter ihren nichtjüdischen Mitbürgern zu finden sind. — Wenn nun schon die Thätigkeit der ärmeren Claffen eine so mannigfaltige ist, so läßt sich dies, nur in größerem Maßstabe und in erfreulicherem Sinne, wohl auch von den bemittelteren und höheren Claffen behaupten. Es dürste kaum ein Zweig menschlichen Wirkens sein, in welchem nicht Juden thätig wären — von den obersten Staatsämtern bis herab zur Diamantschleifern, in welcher letzteren Kunst Amsterdamer Juden es bekanntlich bis zur Virtuosität gebracht haben; hat ja doch selbst der Berg des Lichts, der Koh-i-Nur, der noch in seiner Ungeschliffenheit auf der Londoner Ausstellung so *) Chazarioti ist, mit romanistrender Endung, vom hebr. Ehazer (Hof) gebildet, nnt welchem letzteren Worte das Ghetto benannt wird. Arabischen Ursprungs, und demnach mit diesem Worte stammverwandt, ist wohl auch das spanische alcaiceria, Mittellatein alcazaria »abi Judaei vendent mercimonias suas« (Du Cange s. v.).