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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 116

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 116 (sequence 157)
Language
German
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IRI
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116 Auch der Schalet, der, obgleich wahrscheinlich romanischen Ursprunges, *) dennoch die Juden auf ihren verschiedenen Wanderungen treulich begleitet hat, ist in Holland wohlbekannt. Trotz unserer Forschungen über die geographische Verbreitung des Schalet Müssen wir aber gestehen, noch zu keinem sicheren Resultate gelangt zu sein; wir können nicht genau angeben, ob der Schalet in Deutschland oder in Holland mehr Verehrer zählt Die historische Genauigkeit nöthigt uns zu diesem Geständnisse; wir lieben Plato, wir lieben den Scbalet — mehr als Alles aber die Wahrheit. Eine Hauptzierde der jüdisch-deutschen Küche fehlt aber in Holland, nämlich die Gans. Trotz Michaelis, der in seinem »Mosaischen Recht« behauptet, dieGans sei nur deswegen nicht verboten worden, weil es in Palästina wenig oder gar keine Gänse gebe — trotz dieser Denunciation, welche die unschuldige Gans auf den iudex avium prohibitarum bringen wollte, hat die Gans bekanntlich ein großes Folio im Hauptbuch der jüdischen Küche. Ja, diesesBarfüßele steht in weit höheremAnsehen als z.V. derSchwan oder die Nachtigall, die nur poetische Vögel sind, ohne allen practischen Nutzen. Namentlich im mittlerenDeutschland spielt die Gans eine große Rolle; es scheint aber, daß die Gänslein nur über den Rhein fliegen, um entweder als Gigak oder als Straßburger Gänseleber heimzukehren — den Rhein hinab fliegt keines. In Köln kommt die Gans nur noch sporadisch vor, in Amsterdam ist sie ganz und gar eine rara avis. — »Ach, in meinem Frankfurt rvar's doch anders!« seufzt dann, fast mit den Worten der Köni- *) Schalet, auch Schalcnt geschrieben, wird von Znnz (G. V S. 438 91.) von scaldato abgeleitet. Näher läge wohl das spanische calentado oder auch caliente, im catalonischen Dialekt calent (provenzal. calens, altsranz. elial). Eine verderbtere Form ist jedenfalls Schollt, obschon man dieses mit chaud au Ut zu erklären versucht hat.

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