Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 101)
- Language
- German
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60 besser gehen würde, und daß dann bei der alljährlichen Völkerwanderung der gesammten Schülerschaft, seines College» Jünger von ehedem die seinigen von Heuer werden dürsten. — Die fahrenden Schüler gehen von Hand zuHaud, bis von demllniversalgenie nichts als die Universalität eines Adreßkalenders übrig bleibt — ein Register von Lehrernamen, das Einzige, das im Gedächtnisse haften geblieben. Da durchzuckt plötzlich ein leuchtender Gedanke die sorgenvollen Eltern; der letzte Hoffnungsschimmer ist das ferne, vielgepriesene Ausland, dort blühen die rechten Geister. — Ja »dahin, dahin muß er ziehn.« —• Natürlich, denn »dort findet das Maulthier im Dunklen seinen Weg.« — Nach Jahren kommt man wieder heim, der Adreßkalender zählt nun einige Lehrersirmen mehr, an Weisheit ist er doch nicht reicher worden. Jetzt erst ziehet eine leise Ahnung durch des Vaters Herz, kaum wagt er es, sich selber sie zu deuten, ihm dämmert es im Geiste als — o Schreck!-wäre sein Svhnlein doch nicht das rechte Genie, als hätten die Lehrer in der Heimat doch so Unrecht nichtaber aus Mangel an Beweis spricht er sich und seinen Sprossen frei, und die Lehrer bleiben die Sündenböcke. Nun wollen wir zwar hiermit nicht behauptet haben, daß es überall so zugehe, noch daß in Großstädten keine kleinstädtischen Quälereien und in Kleinstädten kein großstädtischer Erziehungsunsinn anzutceffen wären; aber hüben wie drüben tritt die merkwürdige Erscheinung ein, daß all das Kriteln und Tadeln, all das Knickern und Quälen mit einem Schlage in ein rührend blindes Vertrauen, in kindlich naive Hingebung, in fürstliche Freigebigkeit und die höflichste Zuvorkommenheit sich verwandelt — sobald der Jude dem nichtjüdischen Lehrer gegenübertritt. Ihm, dem Alles so unzureichend geschienen, athmet dort drüben ein Geist der Ordnung, Regelung, Planmäßigkeit, wie er sagt, entgegen; nur dort ist Ernst und Begabung, dort Alles löblich, unübertrefflich, achtunggebie-