Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 96)
- Language
- German
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55 einkehren möchte, und sich doch wieder in den fremden Geist des Kindes einzulcben hat. Nichts davon, wie selten uns der Erfolg, aber stets die Schuld des Mißrathes zuerkannt wird; wir schweigen, wie unsere Kläger zugleich Richter in der eigenen Sache, und unsere Richter selten unsere Rechte kennen — das find lauter wohlbekannte Jeremiaden, die alle viel zu hoch hinausgehen, um Theilnahme zu gewinnen. Sprechen wir lieber von dem Handgreiflichen, da es uns nicht an einer Auswahl von Standesleiden fehlen kann. Da hört Ihr zunächst jenes dumpfe schwere Ach herübertönen aus der Lehrerwelt in Kleinstädten und Kleingemeinden. Wie die vier Verdammten in der Unterwelt, von denen die Heiden gesäbelt, erleiden dort dieZugendhüter die größten Qualen, die die sinnreichste Phantasie der Griechen erfunden. Da habt ihr einen Hungernden, über dem die goldenen Früchte hangen, da er doch höhere Bedürfnisse als ein anderer Taglöhner kennt und kennen muß, und der noch dazu standesgemäß leben soll. Dort wälzt ächzend einZweiter, von Lasten überbürdet, die schwere Wucht den steilen Berg hinan, ist Lehrer, Sänger, Schächter, Bote, Winkeladvocat, Todtengräber, Dollmetsch, Buchhalter, Schreiber in einer Person, damit er sich und seine theuere Zeit nur hübsch rentire. Hier wieder schöpftEiner sein Wasser in nie ausfüllbare Siebe, denn von dem Dutzend Dand- und Gewürzkrämer, die alle das Schulregiment befehligen, will immer einer klüger als der andere sein, und reißt der eine alles regelmäßig wieder ein, was der andere hat gebauet. Wofür wäre man denn sonst Schulinspector!! Dort tummelt, ans Rad geschmiedet, ein Lehrer im schwindelnden Kreise all der Oerter undOertlein, wo er überall im Dienste gestanden, und seines Bleibens nicht finden konnte; denn dort drüben wechseln sie mitLehrern öfter als mit der Leibwäsche. — Alle diese seufzen nun, daß sie Lehrer sind, und traurig genug, daß jeder vernünftige Mensch mit ihnen zweimal seufzen muß: einmal, daß solche Lehrer denn auch Men-