Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 95)
- Language
- German
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54 >'■ III. Zur Aaturgeschichte jüdischer Lehrer. »Er soll für sich versöhnend 3. B. M. 16, 11. .... »Wen die Götter Haffen, den machen sie zum Jugendlehrer,« sagten schon die alten Römer. Die haben nun freilich gar heidnisch gesprochen. Nebersetzen wir das aus dem Heidenthum ins liebe Zudenthum, und sagen mit dem weisen Könige: Wen Gott liebt, den züchtigt er, und wir armen Lehrer find dann nicht mehr die Stiefkinder olympischer Herrschaften, sondern die mit besonderer Aufmerksamkeit großgehätschelten Schooßkinder Gottes. Das ist freilich ein ehrsamerer Titel, aber wir gestehen gern, daß wir der Sache nach um nichts besser gestellt sind, ob wir so heidnisch grausam gehaßt, oder so jüdisch nachsichtslos geliebt werden. Das ist die eine und erste Klage aus der Lehrerwelt, die ihr tausendstimmiges Echo sinder, unkt worin selbst die Herren Lehrer übereinstimmen, die doch sonst nicht gut gewohnt sind, einander beizupsiichten. lind nun gar der jüdische Lehrer! — Wie wollte sich das Mop eine Frage an das Schicksal erlauben, wenn die Flamme selbst Zedern beleckt? und welche Geburten muß der Lehrerschmerz hervorbringen, wenn er noch das Judenwch umarmt! — Nein! über diesen Punkt können wir nicht so leicht hinweggehen, wo wir von den Sünden unseres Standes sprechen, und andern die Entscheidung überlassen wollen, wer die größere Schuld zu verantworten habe: die Lehrer oder die Herren ihres Geschickes. Wir reden nichts von jenem idealen Schmerze, von denKünstlerwehen, die der echte Lehrer wie jeder andere Künstler hat, nichts von dem Zwiespalte in seiner Seele, die gerne in ihr eigenes Selbst