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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 51

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 51 (sequence 92)
Language
German
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51 tern die Erziehungsweisheit kommen, wenn sie nur zwischen Putz und sogenannter Häuslichkeit sich bewegen, und über Küche und Keller nicht hinaussehen können? Aber ein Anderes ist, den solidenBoden gründlicher, Geist und Gemüth erfassender Kenntnisse getreten, und wieder ein Anderes Halb- und Flitterbildung auszulegen, oder gar auf dem schmalen Gedankenseil spitzfindiger Begriffszersplitterung balanciren, den Blüthenschmuck desHerzens, die Gemüthsentwickelung zerstören, und mit mißverstandenenPhrasen mißverstehender Philosophen Götzendienst treiben. Ein solcher Baum der Erkenntniß trägt mehr saure Früchte als der der Unwissenheit. Unter derartigen Müttern erstehen aber nicht wenige Gefahren für die Charakterbildung der Jugend. Denn die religiöse und moralische Bildung sind, wo nicht eine und dieselbe, doch wenigstens auf das Innigste miteinander verwachsen. Für den jugendlichen Geist führt kein andererWeg zurHöhe derCharakterbildung, als der von einer bestimmten, positiven Religion ausgeht, durch Satzungen, Formen und Bräuche hindurch sich windet, um -u den höhern Idee», zum Gesinnungsadel sich zu erheben. Der Jugend muß ferner Alles durch Beispiel, durch sinnliches Wahrnehmen zur Anschauung gebracht werhen. Die Schule, und wäre sse die vortrefflichste, kann nur Erkenntnisse erzielen—zu Thaten und Gesinnungsstärke führt sie nie. Sie hat es am Ende doch vornehmlich mit der Bildung des Denkvermögens zu thun, und diese besteht in der Summe erworbener Kenntnisse; sittliche Bildung aber ist das Ergebniß empfangener Eindrücke. Welche Eindrücke aber empfängt ein Kind, wenn die Hauseinrichtung eine ganz unjüdische ist, wo keinem religiösen Feste seine Ehre widerfahrt, wo die kostbarstep Kleider, die leckersten Schüsseln für Tage aufbewahrt werden, die weder die Bibel noch die Synagoge kennt, wo keine jener Institutionen, die zur Belebung des religiösen Sinnes eingesetzt wurden, aufrecht erhalten wird. Spurlos gehen derSeder, die Chanuka, das 4 *

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