Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 82)
- Language
- German
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41 kennen lernen, die Mutter in Israel, und diesmal nur von der einen Seite, von ihrem Einflüsse auf Bildung der Jugend zur Religiosität, zur Liebe und Treue für Stamm und Volk. Den» die Religion ist der Erziehung Wurzel und Krone zugleich; von ihr gehet alle Bildung aus, in sie kehrt alle wieder zurück. Was thateu nun und was thun die Mütter in Israel zur Nahrung und Erhaltung des heiligen Feuers? Die Geschichte der Frauen in Israel vom Anbeginn bis zur heutigen Zeit stellt sich nach sechs Zeiträumen geordnet, in sechs verschiedenen Gestalten dar: Schon in jener uralten Zeit, als bei allen Völkern des Alterthums den Frauen jedes persönliche Recht verweigert wurde, war inmitten unserer Nation die Stellung der Mutter eine freie und würdige. Denn unsere Urahnen waren Wanderhirten, die ein anmuthsvolles Leben führten, von einfachen Reizen, das in der Einfalt natürlicher Zustände sich bewegte, und für sanftere Empfindungen empfänglicher machte. Man weiß es, daß die ersten Liebesweisen auf der Schalmei erklangen, und die Zärtlichkeit des Schäfers ist bei den ältesten Dichtern schon sprichwörtlich gewesen. Ader die Werthschätzung der Frauen ging bei unfern Urvätern so weit, daß, so entsetzlich auch dasLoos eines »Arm« (Kinderlosen) in jener Zeit der dünnen Bevölkerung noch erscheinen mußte, doch nie ein Borwurf die kinderlose, aber geliebte Gattin traf, die vielmehr selbst über ihre kinderreiche Nebenbuhlerin den Sieg davontrug. Ist es doch beinahe ein stehendes Thema der heiligen Quellen, die Geburt der bedeutendsten Geschichtshelden damit einzuleiten, und uns auf die weitern Folgen gleichsam gespannt zu erhalten, daß die Mütter eine lange Reihe von Jahren vergeblich auf den ehelichen Segen hofften, bis erst in später Zeit der langgenährte Wunsch in Erfüllung ging. Damit ist uns Mancherlei zu verstehen gegeben: Erstlich, eben jene Mütter, die trotz ihrer Kinderlosigkeit durch