Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 81)
- Language
- German
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40 daher die pädagogische Rundschau immer, und die Büßpredigt richtet sich weit schärfer und eindringlicher an die von Gott geordneten Erzieher, und weit weniger an die Bäter, als an der Menschheit andere »und bessere Hälfte zwar.« — Der Schullehrer bittet daher alle Lilien von Saron und alle Rosen der Thäler um Vergebung, wenn er in einer so ganz und gar nicht salonfähigen Stimmung, wie die des Vußpredigers es ist, ein Capitelchen über Israels Frauen und Mütter hiehersetzt. Hoffentlich wird man daraus erkennen, daß der Schullehrer keine geringe Meinung von der Würde der Frauen hat, und daß er vielmehr die tiefste Achtung und innigste Verehrung für die hohe Sendung dieser Priesterinnen im heiligen Tempel des Familienlebens empfindet. Natürlich bedingt jene hohe Meinung von der Sendung der Frauen auch sehr hohe Ansprüche, die wir in Bezug der Jugendbildung an sie erheben. Weit mächtiger als die Schule wirkt das Haus, das andere und wichtigere Element der Erziehung, aus die Jugend ein; aber des Hauses Seele ist die — Mutter. Denn die jungen Blüthen brauchen Licht und Wärme, und die jungen Seelen Lehr' und Liebe- Es kann aber kein Zweifel darüber sein, von wannen die Wärme zu kommen hat, und keiner darüber, um wie vieles die Liebe mehr wirkt als die Lehre. So groß auch die Verantwortlichkeit eines Lehrers, so ist die der Mutter noch größer, und wo ein Mißrath entstanden ist, da wälzen wir Lehrer den größer» Theil der Schuld aus Euch, Ihr Frauen! Wir hatten es doch immer mehr mit dem Geiste zu thun, mit dem Unwissenden, der belehrt werden soll; Ihr dagegen mit demHerzen, mit derSeele, die gebildet werden will. Aber es gibt viele Menschen, die für dieWissenschaft unfähig find, jedoch keinen einzigen, der es auch für die Tugend wäre. Darum wer den Schüler will verstehen, der muß nach dessen Lehrer fragen; wer den Menschen will begreifen, der lerne dessen Mutter kennen. Wohlan! wir wollen sie