Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 80)
- Language
- German
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39 Stück aus dem Wege gehen, oder doch mit einem so breittugendlichehrbaren Gesichte und mit so peinlicher Andacht zuhören, daß ihnen vor Erbauung die Augenlider ermatten. Zudem kommen wir Schullehrer aus den grämlichen Strafpredigten gar nicht heraus, und diese gehören bekanntlich eben nicht zu den kurzweiligsten Ergötzlichkeiten eines jüdische» Lesers. Darum hat der Schullehrer seinen ernsten Klagen lieber das flatternde Mäntelchen der Feuilletons umgehängt, und wo er es nicht hindern konnte, daß die langen Beine der Zeremiade dennoch hervorgucken, so tröstet er sich damit, daß das jüdische Neujahr auch kein lustiger Carneval ist. Es ist die Zeit des Herbstes, wo die sterbende Natur selber feierlich an die Wage mahnt, die so geisterhaft vom Himmelszelt herniederhängt. Wir Juden halten da unsere Sühn- und Bußetage, pochen die reumüthigen Geständnisse alphabetenweise aus dem Herzen, und da, denkt der Schullehrer, werde es keiner verüblen, wenn er einige Abwechslung in die Jahrhundert alte Einförmigkeit des kleinen und großen Sündenregisters bringt. Warum er übrigens dies, und nicht ein anderes gerügt, weiß der Schullehrer selber nicht. So hat er es vor sich gesehen — so gibt er es wieder; denn: »Wohn' ich doch in meines Volkes Mitte.« II. Die Mulle r. »Mir scheint es schadhaft am Hause.« 3. B. M. 14, 31. - Das Haus, in dem es geboren ward, ist des Kindes erste Schule, die Eltern seine ersten Lehrer. Vom Elternhause beginnt