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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 27

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 27 (sequence 68)
Language
German
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27 — das hatte ihm die Gottesstimme verkündet — zu einem heiligem Leben führen. Jeremia's Reden am Vorabend der Zerstörung waren heiterer, trostreicher Art. Seine prophetischen Ergüsse aus dieser Zeit erhoben sich von der Elegie zum Hymnus. »Eine Stimme hört man in Rama, ein bitteres jammervolles Weinen, Rahel klagt über ihre dahingeschwundcnen Kinder. So spricht der Herr: Stille deine Thränen, trauernde Mutter! denn Besseres ist deinen Kindern verheißen, sie kehren einst heim aus Feindes Land; Hoffnung ist für deine Nachkommen, sie kehren in ihr Vaterland zurück.« — »Es kommen Tage, so werde ich (Gott) einen neuen Bund mitJsrael und Juda schließen, ungleich jenem Bunde von Aegypten her, den sie zerstört, um dessentwillen ich sie verwerfen mußte. Die Lehre, die ich ihnen gegeben, werde ich ihnen in's Herz schreiben, und Alle von Groß bis Klein werden von Gotteserkenntniß erfüllt sein. — So wenig wie das Tageslicht und der regelmäßige Wechsel des Nachtgestirnes je aushören werden, ebensowenig wird Israel je aufhören, ein Volk vor Gott zu sein.« — In diesem Sinne sind Jeremias schwungvolle Reden aus seinem Gewahrsam im Wachtvorhvfe gehalten. Zur Bestätigung seines prophetischen Trostes kaufte er zu der Zeit, als der Feind beinahe Herr des ganzen Landes war, einen Acker in Anatot von seinem Detter und ließ sich darüber in Gegenwart von Zeugen einen förmlichen Kaufbrief ausstellen. Er knüpfte daran die Prophezeiung, daß, obwohl das Land in Fcindeshand übergeht, so werde die Zeit doch nicht ausbleiben, in welcher Judäer wieder Felder und Weinberge kaufen und verkaufen, und ein reges, geschäftiges Leben treiben werden. — In diese Zeit fällt auch wahrscheinlich die schwungreiche kleine Rede (2. I—3): »So spricht der Herr: Ich gedenke dir, Juda, die Zugethanheit deincrJugend, die Liebe deines Brautstandes, als du mir durch die nnwirthbare Wüste nachzogest. Heilig ist Israel dem Herrn, Erstling seines Ertrages, die es angreiseu, verfallen der Strafe.«

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