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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 303

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 303 (sequence 347)
Language
German
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IRI
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303 ich an diese Stunde denke. Denn wissen Sie, was für ein Gedanke mir unter den Thränen meiner Mutter, unter ihrem Lachen und Weinen gekommen ist? Es hat mich geärgert, daß mich meine Eltern so gar leicht erkannt hatten, daß sie kein Wort über, mein Aussehen, kurz über meine Brille sagten! Ist das nicht etwas, um noch jetzt darüber sich an die Brust zu schlagen? »Erst als ich eine Viertelstunde später meinen Eltern gegenüber saß, immerfort dieAugen meiner Mutter auf mir, die sich an ihrem Sohn gar nicht satt sehen konnte, sagte mein viel ruhigerer Vater: »Weißt Du, Zettel, ich finde, unser Eisik hat sich etwas verändert; er hat etwas Fremdes in seinem Gesichte, ich könnt' aber nicht sagen, worin es besteht.« »Ich wurde roth wie ein Mädchen, zu dem man auf die Beschau kommt. Also endlich doch! Meine gute Mutter stand auf, beinahe erschrocken von diesen Worten meines Vaters und blickte mir lange ins Gesicht. »Ich find' ihn nicht verändert,« meint sie hierauf, »er hat noch ganz sein altes Aussehen.« »Da blickt auch der Vater schärfer nach mir hin und aus einmal bricht er in ein Gelächter aus, daß davon das ganze Haus erzittert. . »Zettel,« ruft er keuchend, »hättest Du denken können, daß sich das Jüngel so etwas von Prag wird mitbringen?« »Was denn?« ruft sie erschrocken. »Siehst Du denn nicht die zwei Laternen, die unser Eisik vor den Augen hat?« »Da schreit die Mutter auf und stürzt auf mich zu. »JstDiretwas an denAugengeschehen?« spricht sie und zittert dabei, als wäre ich wirklich halbblind nach Hause gekommen. Ich konnte nicht reden, das Wort blieb mir in der Kehle; nur mit dem Kops habe ich geschüttelt. Was soll ich länger verzählen? Der Vater hat in Einem fort gelacht, die Mutter aber. ist von Minute zu Minute besorgter worden, denn je mehr ich mit dem Kopfe schüttelte, desto mehr glaubte sie, mir fehle was an den Augen. Da brauche ich

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