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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 219

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 219 (sequence 263)
Language
German
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219 welche zugleich Handel treiben, 95; solche, welche blos Handwerke treiben, 277; mechanische Künstler, als Uhrmacher, Instrumentenmacher re. 63; Kaufleute mit offenen Läden 435; Pferdehändlers; Viktualienhändler 2; Trödler109; Lieferanten, Agenten, Mäkler und Pfandleiher 46; Händler mit stehendem Kram 31; umziehende Krämer 100. Die Vermehrung und Verbesserung der speciellen Anstalten schreitet mit dem Zeitgeiste fort. Selbst kleinere Gemeinden haben sich hochgebildeter Männer als Rabbiner und Lehrer zu erfreuen, und wir hatten in jüngsten Tagen, selbst Gelegenheit uns davon zu überzeugen. Das theologische Seminar zu Breslau unter derLeitung des hochverdientenOberrabbiners Dr. Z. Frankel hat guten Fortgang. Es zählt gegenwärtig 30 Hörer, worunter auch 3 Oesterreicher. Allerdings lassen auch in Preußen die inneren Zustände gar Manches zu wünschen übrig. AufdemLande entbehren viele Gemeinden der Lehrer und Cantoren In größeren und kleineren Gemeinden fehlt es an Einigkeit und dieParteien stehen sich schroff und feindlich einander gegenüber. Zumeist verschlingen aber die materiellen Interessen die Theilnahme an den gemeinsamen Angelegenheiten. Auch in diesem Jahre sitzt einJude in der bairischen Abgeordnetenkammer, Dr. Arnheim. Ein von ihm gestellter Antrag in Bezug auf Actienvereine hatte sich einer bedeutenden Majorität zu erfreuen. Die vorangegangenen Neuwahlen hatten dargethan, daß nichts weniger als Judenhaß unter der Bevölkerung Baierns vorwaltet. In Jugenheim. in der baierischen Pfalz, hatte Dr. Bernard Boos, Gutsbesitzer und Gemeindevorstand, von 246 Wahlfähigen 240 für sich. Seit lange zeichnen sich Juden als Aerzte in Baiern aus; vor Kurzem starb Dr. Hermann Oettinger daselbst, wegen seiner vielfachen Verdienste zum königlichen Rath erhoben. Die jüdischen Zustände in Baiern sind übrigens äußerst beklagenswerth. Das Matrikelwesen wird noch immer mit pharaonischer Strenge geübt, daher auch aus keinem Lande so viele Juden nach Amerika auswanderten als aus Baiern. In Fürth sollen mehr als 20 Heiraths-

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