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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 195

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 195 (sequence 239)
Language
German
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195 des weithin gedehnten türkischen Reiches, Schulen zu errichten. Ich fühle mich glücklich der Ueberbringer, der Bote einer Lehranstalt, der ersten zu sein, die seit dem Befehle des Großherrn gegründet wird. »Heil Abdul Medschid!« Hymnen und Gebete beschlossen die erhebende Feier, Aach deren Beendigung die Versammlung im festlich geschmückten Speisesaale der Anstalt mit Erfrischungen bewirthet wurde und die glänzenden Weihgeschenke, zumeist aus Wien für die Anstalt gesendet, bewundernd in Augenschein nahm. Wir sind durch die freundliche Zusage Dr. Frankl's in die Lage gesetzt unsern Lesern sehr interessante Daten über die dermaligen socialen Zustände der Juden in Palästina für den kommenden Jahrgang in Aussicht zu stellen. Die in Syrien wohnhaften Juden haben einen neuen Beweis von der stets bereitwilligen und wirksamen Schutznahme der österreichischen Consularbehörden erhalten. Die im vorigen Jahre zu Damascus stattgefundene Mißhandlung einiger jüdischen Jünglinge führte die Dazwischenkunst des österreichischen Viceconsul Herrn Pfäffinger herbei. Die von ihm verlangte Genugtuung war so vollständig, daß ^er — zum erstenmal in jenem Lande — die Bestrafung eines Kadis erwirkte. Ueber die Zustände der Juden in Egypten werden uns in einem neuesten englischen Reisewerke (Lane the modern Egyptians) manche interessante Auskünfte ertheilt. Es gibt ungefähr 6000 Juden in Egypten. Die meisten leben in einem schmutzigen Winkel der Hauptstadt Cairo, woselbst sie acht Synagogen besitzen. In der äußeren Erscheinung unterscheiden sie sich nicht von den andern Einwohnern. Sie haben sich über religiöse Bedrückung weniger als in irgend einer türkischen Provinz zu beschweren Gleich den Aerzten bezahlen sie ein Jahrgeld, das sie von der Militärverpflichtnng enthebt. In socialer Beziehung herrscht gegenseitige Abneigung; auch führen sie ein sehr eingezogc- 13*

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