Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 238)
- Language
- German
- Belongs to
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194 Der Redner wandte sich Hieraufan den k. k. österreichischen Konsul und empfahl die Anstalt seinem ferneren Wohlwollen, seinem Schutze und der treuen Aufsicht und Sorge des leitenden Schulcomitos, welches aus drei aus der Mitte des hohen geistlichen Collegiums von Jerusalem gewählten Rabbinen, den Herren: Chasan, Mejuchas und Panagel und den Herren Med. Doctoren Frankel und Neumann zusammengesetzt ist; jener der Arzt des Montesiore'- schen »Dispensatöry«, Dieser Direktor des Rothschild'schen Hospitals in Jerusalem. Der Redner fuhr fort: »Nicht lange ist es, daß der Mund Abdul Medschid's die Gleichberechtigung aller seiner Unterthanen aussprach und so den Juden auch das lang versagte Menschen- und staatliche Recht wiedergab. »Schulen, Erziehung, Bildung, Kultur« sind jetzt Losungsworte auf einem Gebiete, wo man sie seit vier Jahrhunderten kaum vernommen hat. Vor wenigen Monden erging der Befehl an alle Rabbinen »Es ist eine hochherzige Frau, welche die Witwe Jehova's trösten kömmt, nicht mit einer Strahlengarbe, aber doch mit einem Funken, der liebevoll angefacht, fromm gehütet zu einem Sterne anwachsen kann. Und er wird nicht verlöschen, wie auch ein finsterer feindlicherSturm wehen mag. er wird leuchten und selbst zum Heile denen leuchten, die das Licht scheuen und den Glauben im Wahne finden! »Laß mich eine Schule gründen!« »Sie ist nunmehr begründet und es ist ein günstiges Zeichen, daß ein mächtiger und frommer Fürst, der unter Seinen Titeln auch den eines »Königs von Jerusalem« führt, die junge Anstalt unter Seinen mächtigen Schutz nimmt. »Es sind sechs Jahrhunderte verflossen, seitdem auf heiligem Boden das roth-weiße Wappen Leopold des Glorreichen entstanden ist und im schönen Oesterreich weht und glanzt, während es hier verschwunden war. Es ist ein günstiges Zeichen, daß es seit kaum einem Jahre in Palästina wieder entrollt, auch heute in diesem Saale flattert, als ein kostbarer Schmuck, als eine schützende Aegide.«