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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 177

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 177 (sequence 221)
Language
German
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177 gegen alle drei Söhne stattgefunden hat, und die Ringe entweder allesammt oder doch wenigstens zum Theil unecht sind, sondern er läßt beide Söhne wirkliche Edelsteine besitzen und stellt mittelst ihrer beide Religionen als Lehren derTugend dar, keineswegs aber als bloS täuschen wollende Nachahmungen eines dritten Bekenntnisses 'oder als nicht von einander zu unterscheidende Abstufungen einer nicht mehr vorhandenen Urreligion. Die Erwägung aber, daß die Lösung eines Problems, wie sie in unseren Märchen versucht worden ist, den Orientalen überhaupt und insbesondere den Juden eigen ist, deren eigenthümliche Verstandesrichtung sich häufig darin bekundet, daß sie, Vorsicht und Weltklugheit verrathend, wie von selbst, indem sie die Dinge zuspitzt, in den Witz übergeht und nicht selten verfängliche und nur durch gründliches Nachdenken zu lösende Fragen durch Gleichnisse beantwortet, die sich vorzugsweise durch Scharfsinn auszeichnen, verbunden mit demUmstande, daß sowohl Boccaccio als auch der Verfasser der Lento noveile untiebe das Märchen einen Juden erzählen lassen, scheinen hinlänglich darzuthun, daß das berühmte Märchen jüdischen Ursprungs sei. Für diese Annahme spricht auch die Thatsache, daß die Juden in einer Zeit, in welcher man neben der rohen Gewalt auch Redekunst und List anwendete, um sie ihrem Glauben abwendig zu machen, gewiß daran denken mußten, auf verfängliche Fragen wie die von Seiten des Königs aufgeworfene solche ausweichende Antworten bereit zu haben, durch welche sie weder ihrer eigenen Religion etwas vergaben, noch auch die Bekenner des Christenthums gegen sich aufbrachten. Schon diese Erwägung unterstützt die Behauptung hinlänglich, daß die Darstellung des Märchens, wie wir sie in der jüdischen Quelle vorfinden, die meiste historische Glaubwürdigkeit für sich habe. Noch größere Wahrscheinlichkeit erhält dieselbe aber, wenn man bedenkt, daß wir in der genannten Quelle auch die älteste Relation unseres Märchens haben, denn wenn gleich der Verfasser des Schevet Jehuda erst Jahrb. f. Isr. 1857. U

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