Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 222)
- Language
- German
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178 zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts gelebt hat, so hat er doch, wie er selbst angibt (vergleiche im zweiten Theile meiner Ausgabe Vorrede p. V und VI), bei der Bearbeitung seines Werkes bte bereits früher gesammelten historischen Nachrichten seines Oheims Jeliuda aben Verga benützt, welche dieser wiederum nach seiner Angabe zum Theil den Chroniken der Könige von Aragon entnommen halte. Nun läßt aber der jüdische Historiker das Ereigniß ausdrücklich unter dem zu Ende des eüfteu Jahrhunderts regierenden Don Pedro dem Alten, also zu einer Zeit stattfinden, wo die Juden in Spanien bereits viel ihres Glaubens wegen zu leiden hatten und es ist durchaus kein Grund vorhanden, die Echtheit des Facturus Ln Zweifel zu ziehen. Auch der Umstand, daß Ln der jüdischen Quelle der Jude dem Könige zuerst eine ausweichende Antwort ertheilt, wie sie ihm der Moment wohl eingegeben haben konnte, und erst dann, als dieser sich durch dieselbe nicht befriedigt erklärt, sich eine Bedenkzeit von drei Tagen erbittet, bevor er aus die Frage des Königs ausführlicher antworten will, verdient hinlängliche Berücksichtigung und drückt der jüdischen Quelle im Vergleiche mit den andern Relationen nach unserm Dafürhalten den Stempel der Echtheit auf. Denn während es kaum glaublich erscheint, daß — wie die nichtjüdischen Quellen sämmtlich berichten — der Jude, den die verhängnißvolle Frage des Königs doch gewiß srappirt und verlegen gemacht hatte, sofort eine so geistreiche und längeres Nachdenken verrathende Antwort zu geben fähig sein konnte, erscheint letztere Ln der jüdischen Darstellung keineswegs als eine augenblicklich erfolgte Eingebung des Verstandes^ sondern vielmehr als die wohldnrchdachte Frucht einer drertägigen Ueberlegung, während welcher der Jude hinreichende Zeit hatte, sein aufgeregtes Gemüth zu beschwichtigen und sich zu sammeln. Demnach werden wir als Resultat unserer Untersuchung ohne Bedenken behaupten können, daß: