Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 218)
- Language
- German
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-wurden diverse Kranke, dw mit verschiedenen Leiden behaftet waren, herbeigebracht, und während die beiden Ringe der älteren nichts ausznrichten vermochten, heilte der Ring des jüngsten alle Kranken. In der daransfolgenden Moralisation wird dann erklärt, daß unter jenem Ritter Gott verstanden werde, welcher drei Söhne hatte, nämlich die Juden, Araber und Christen. Den Juden habe er das Land der Verheißung, den Arabern den Schatz dieser Welt in Hinsicht auf Macht und Reichthum, den Christen aber den kostbaren Ring, nämlich den Glauben, gegeben. Nach Liebrecht's Dnnlop soll ein ähnliches Factum auch in dem unter dem Titel: Fortunata Siculus von Bussone da Gubbio verfaßten Romane und nach Jost in der Zeitung des Jndenthums 1856, p. 152, auch in Tausend und eine Nacht Vorkommen; beide Werke sind mir indeß augenblicklich nicht zur Hand. Endlich findet sich eine Relation unserer Erzählung in dem hebräischen Werke Schont Jeliuda von R. Salomo aben Berga, von welchem eine neue Ausgabe nebst deutscher Uebersetzung von mir bei Rümpler in Hannover erschienen ist. In demselben wird nämlich mitgetheilt (v ergl. Th. I. p. 54 und Th. II. p. 107), wie Don Pedro der Aeltere, von Nicolaus aus Valencia veranlaßt, einen menen Juden habe rufen lassen, und nachdem er ihn über seinen Namen befragte, erfahren wollte, welche von den beiden Religionen die bessere sei, die christliche oder die jüdische. Darauf antwortete der Weise: »Meine Religion ist besser für mich in Beziehung auf meine Verhältnisse, da ich dereinst in Egypten Sclave war, von dort aber von Gott durch Wunder und Zeichen herausgeführt worden bin; für Dich aber ist deine Religion besser, da sie fortwährend die herrschende ist.« Der König: »Ich frage in Rücksicht auf die Religionen selbst und nicht in Rücksicht auf ihre Bekenner.« Alsdann der Weise: »Nach einer dreitägigen Ueberlegung will ich meinem Könige Bescheid geben, wenn es ihm recht ist,« womit der König einverstauden war. Nach drei