Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 190)
- Language
- German
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i4ti »Die größte»: Judengemeinden sind zu Hamadan, Jspahan,Kaschan,Kermanschah. In Kurdistan sind sie überall einzeln versprengt. Auch in Senne ist eine größere, in Demavend eine kleinere Gemeinde. — Im Städtchen Rhe so wie in Hamadan treiben sie Goldwäscherei; sie verstehen sich auf Edelsteine und sind ziemlich gute Goldschmiede; in Kurdistan treiben sie häufig Viehzucht. Sie verheimlichen, wie seit jeher die orientalischen Juden, ihr Besitzthum und hüllen sich in Lumpen. Aeußerst feiten ist wirkliche Brotnoth unter ihnen; man steht meist ziemlich gut genährte und wohl gebaute Gestalten; jene Gravität unb Anmuth, die jede Bewegung und Geste des Persers kennzeichnet, geht ihnen hingegen völlig ab. Uebertritte zum Mohamedanismus sind äußerst selten, doch kommen sie auch vor. Montefiore hat hier Verbindungen und Einfluß und von Zeit zu Zeit schickt er Bücher und Nachrichten hieher.« Im Juni 1854 machte Prof. Pollak eine Erholungsreise nach Hamadan (dem alten Ecbatana) und in t>as Elvendgebirge. Aus seinem in wissenschaftlicher Beziehung höchst interessanten Reisetagebuche entnehmen wir folgende die Juden betreffenden Data: »Bei Hamadan begegnete ich zwei reisenden Juden, die aus Jerusalem waren, und vorgeblich nach Indien reisten, um für den »Tempel« Geld zu sammeln. Sie waren zwar mit Documenten reichlich versehen, deren Echtheit oder Unechtheit ich nicht beurtheilen konnte, doch schienen sie mir beide mehr für ihren eigenen Säckel zu sammeln. Der Eine derselben läugnete deutsch zu verstehen, während er nach den in seiner Abwesenheit gemachten Angaben des andern Reisegefährten aus Ungarn war. Der andere war in Griechenland geboren und zuletzt in Jerusalem ansäßig, und sprach geläufig italienische griechisch, arabisch, türkisch, Lingua-franka und hebräisch. Es ist wunderbar, wie sich diese Leute fortschaffen, sie reisen ungehindert nach Samarkand, Bochara, Kandahar, Herat, Balch, um ihre Glau-