Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 147

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 147 (sequence 191)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2609281-2609286--3050-2610394
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

147 bensgenossen zu besuchen; mithin durch Gegenden, die sonst für Europäer höchst gefährlich, ja undurchdringlich sind. Wären derlei Leute unterrichteter, sie könnten der Wissenschaft manchen guten Dienst leisten. Die meisten derartigen jüdischen Geschäftsreisenden kommen überall mit der hebräischen Mundart durch und verschaffen sich von einer Station zur andern Begleitung, durch alle Hirten- und Nomadenstämme, durch all die vereinzelten Tribus und Räuberhorden, und gelangen so ungefährdet an ihr Reiseziel.« »In Hamadan selbst, einer Stadt von 50 bis 60,000 Seelen, leben bei 150 Judenfamilien, die sich meist von Weinbau, Weinbereitung, Goldwäscherei und Münzenlesen ernähren. Die Gold- und Platinwäscherei, welche in dem aufgeschwemmten Boden zwischen Elwend und der Stadt betrieben wird, beschäftigt bei 500 Individuen, und das durchschnittliche Verdienst eines jeden mag sich täglich auf einen Karan (bei 27 Kreuzer C. M.) belaufen. — Das Anfsuchen der Münzen iss das Nebenproduct der Goldwäscherei. — Da diese Stadt einst persische Residenzstadt, später der Durchgangspunct zahlreicher griechischer und römischer Heere war, so finden sich hier Münzen aus allen Zeitaltern verschiedener Nationen und Dynastien. In diesen Handel theilen sich Juden und Armenier, die, wenn sie auch ihre Maare nicht immer verstehen, doch jedesmal äußerst überspannte Preise zu stellen wissen. »So viel ich auch nach einigen Geschichtsquellerl forschte, konnte ich doch nichts dergleichen auffinden, indem sie nichts Geschriebenes aus früherer Zeit besitzen; die hier vorkommenden hebräischen Druckwerke stammen alle aus Livorno, Wilna, Wien und Prag. Im Briefwechsel bedienen sie sich der hebräischen Sprache und haben eine eigene Cursivschrift, die der chaldäischen sehr ähnlich ist. In Sitten und Gebräuchen sind die Juden Hamadans von ben übrigen Persiens nicht verschieden. »Hier besuchte ich auch die sogenannte Jmamsade Ui *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.