Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 161)
- Language
- German
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117 mögen haben, ein sorgenfreieres und besseres Leben haben können, als dieses in ihrer Stellung als manipulirende Feldwebel der Fall ist. Und dies sind nicht etwa Thatsachen ohne Beweise, dafür spricht die große Anzahl der unter den israelitischen Soldaten befindlichen Chargen. Im Ganzen mögen sich circa 12,000 Israeliten im österreichischen Heere befinden, von denen jedoch gegenwärtig mehr als ein Drittel in ihrer Heimat beurlaubt ist. Von diesen sind mehr als 500 Officiere, Aerzte, gleichfalls mit Officiersrang, und Militär-Rechnungsbeamte, während von den Uebrigen über die Hälfte Chargen^ und zwar Feldwebel, Corporäls und Gefreite sind. Eben so befinden sich freiwillig eingetretene Cadeten. Von den Feldwebeln dient der größere Theil, selbst nach Vollendung ihrer Capitulation, stillschweigend fort, was bei der übrigen Mannschaft selten der Fall ist. Es bleiben daher in der Beförderung nur jene unberücksichtigt, die etwa Professionisten sind, als: Schuster, Schneider, oder die in ihrer moralischen Aufführung ausarten, oder jene, die in ihrer Erziehung derart vernachlässigt wurden, daß fielstch durchaus zu keiner Chargenvertretung eignen. In welches Corps, in welches Regiment ein Israelit immer tritt, bleibt ihm eine stufenweise Beförderung um so weniger versagt, da derselbe, mit Ausnahme eines Theils der Glaubensgenossen in Galizien, die oft moralisch und physisch vernachlässigt zum Regiment einrücken, meist des Lesens und Schreibens, dann der deutschen Sprache kundig ist. Zwar gibt es noch hie und da einzelne Fälle, wo es der Jude, er mag sich noch so tadellos aufführen oder noch so geschickt sein, höchstens zum Feldwebel, selten aber zum Officier bringen kann. Dies sind jedoch nur vereinzelte Fälle, die immer mehr schwinden.