Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 153)
- Language
- German
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109 dige Theilnahme der Gemeinde an der Andacht und die Liturgie in früherer Weise gelassen. So eben wurde das längst gehegte Vorhaben, ein Krankenhaus zu errichten, faktisch ausgeführt durch die Hochherzigkeit einer Familie, welche zu diesem Zwecke ein Haus angekaust und es als ewige Stiftung der Gemeinde geschenkt hat. Besondere Anerkennung verdient die wahrhaft humane Weise, mit welcher die Vermögenden den Unbemittelten durch bedeutende Darlehen den Erwerb erleichtern, so wie daß letztere das ihnen geschenkte Zutrauen nie mißbrauchen. Auch hat diese Gemeinde eine vierclassige Schule, die sich eines guten Rufes erfreut, wie die zu Miskolcz, Szegedin, Totis und Weiffenburg. Ueberhaupt sind in allen Gemeinden dieses Districtes öffentliche Schulen theils bereits vorhanden, theils eben im Entstehen begriffen. Der Pester Centralgemeinde gereichen ihre großartigen Unterrichts- und Wohlthätigkeitsanstalten zur besondern Ehre. Tüchtige Lehrerkräfte wirken an der vierclaffigen Hauptschule, mit welcher eine Mädchenschule und eine Kinderbewahranstalt verbunden sind. Außerdem bestehen noch mehre concessionirte Privatschulen. Sie besitzt ferner ein großes und splendid ausgestattetes Krankenhaus und wird in dem Prachtbau des aufzuführenden neuen Tempels — des größten int österreichischen Kaiserstaate — ihrer religiösen und einträchtigen Gesinnung das schönste Monument setzen. Zur Gemeinde ersten Ranges in Ungarn ist die Großwardemer herangediehen. Sie zählt über 600 Familien, worunter viele einen wohlhabenden Mittelstand bilden. Wissenschaftliche Bildung ist verbreitet und auch das Talmudstudium wird stark betrieben. Sie hat viele gemeinnützige Institute, die gut geleitet werden und dem vorwaltenden einträchtigen Sinn ihre Entstehung verdanken. Namentlich bewährte sich derselbe bei dem im Jahre 1850 vollführten Bau eines neuen sehr schönen Tempels. Auch wird mit großen Opfern ein sehr gutes Spital erhalten. Eine Gemeindeschule bestand in Großwardein schon seit der