Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 152)
- Language
- German
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108 gerade den ärmsten Haustrer als Beförderer des Schulwesens nennen, der ihnen ein ansehnliches Schulgeld zahlt und gerne zahlt, das weit über dessen Bermögensverhältniffe reicht und also das größte Opfer für die Schule bringt? Wahrlich, es gibt unter den Juden Mährens keine einzelnen Beförderer des Schulwesens, denn alle Gemeindeglieder sind Beförderer.« Nach dem Gesagten läßt sich kaum Ln Zweifel ziehen, daß die israelitischen Cultusgemeinden Mährens auf das Musterhafteste in ihren Einrichtungen für Kultus, Unterricht und Armenversorgung fortgeschritten seien. Hieran mögen sich schließlich noch Mittheilungen reihen, die wir aus umfassenden Berichten ziehen, wie sie uns aus Hauptgemeinden Ungarns zugewandt wurden. In Ungarn hat die Stammmutter der meisten Gemeinden des Pest-Ofner Distcictes, die Altofner Gemeinde, viel durch Uebersiedlung ihrer reichsten Mitglieder nach Pest, noch mehr durch ein zwanzigjähriges Erledigtbleiben des dortigen Rabbinates gelitten. Besser haben sich die ebenfalls alten, aber viel kleinern Gemeinden Lovus-Bereny und Jrsa conservirt, obschon auch sie durch Auswanderung an Mitteln -einbüßten. Dagegen haben sich die ueuentstandenen Gemeinden zu Szolnok, Czegled und Felegyhaza in Errichtung von Synagogen und Schulen sehr eifrig erwiesen. Weißenburg und Moor haben viele Anstalten auszuweisen. Die guten Einrichtungen des stark bevölkerten Miskolz, wozu nebst Synagoge und Schule ein wohleingerichtetes Spital gehört, datiren aus einer früheren Zeit. Ausgezeichnet ist Szegedin, die drittgrößte Gemeinde, durch die Opferfreudigkeit der Gemeindeglieder, wo es gilt, ein gemeinnütziges Werk zu befördern. In der kleinen Gemeinde Cscngräd wurde vor zwei Jahren ein schönes Gotteshaus erbaut. Strebsam dem Alten wie dem Neuen Rechnung tragend, ist die seit einigen Jahren auf 220 Familien angewachsene Gemeinde zu Kecskemst zu nennen. So wurden daselbst in jüngster Zeit beim Gottesdienste Choralgesänge eingeführt, hingegen die leben-