Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 151)
- Language
- German
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107 jüdischen Lehrern sich fünf Mnsterlehrer und zweiunddreißig Lehrer befinden, welche mit der Note »sehr gut« und blos fünf mit der Note »gut« bezeichnet werden, daß sämmtliche zehn Unterlehrer mit einer sehr guten Note bezeichnet werden z daß kein Lehrer durch ein ungeeignetes Betragen zu irgend einer Ahndung Veranlassung gegeben, sondern daß vielmehr das gesammte jüdische Personale der Schullehrer nebst einer eifrigen Verwendung eine lobenswertste moralische und politische Haltung bewiesen hat; daß endlich die meisten Schulge'bäude sich in einem guten Zustande befinden. Die angefügte Bemerkung, es sei auffallend, daß bei so vielen in Mahren vorhandenen jüdischen Volksschulen auch nicht ein einziger Beförderer des Schulwesens nachgewiesen werden könne, führte zu einer glänzenden Rechtfertigung in den »Wiener Mittheilungen (Nr. 23, 1855), worin es heißt: daß die HerrenLehrer bei der Prüfung den Herren Schuldistrictsaufsehern die Beförderung des Schulwesens anzugeben unterlassen, finde ich ganz natürlich, da die Herren Lehrer sonst den größten Theil der Gemeindeglieder mit Namen anführen und auszeichnen müßten. Man kann hier buchstäblich das Wort der Schrift (4. B. Mose 16, 3) anwenden: »denn die ganze Gemeinde sind lauter Geweihte«. Welcher Jude ist kein Beförderer der Schule und des Unterrichts? Welcher Jude bringt nicht Opfer, schwere Opfer für Schule und Unterricht? Wie viele kleine Gemeinden gibt es nicht, die eine gehörig aus der Gemeinde- und Schulcasse dotirte Schule haben! »OhneBrot ist keine Thora« (kein Erwerben und Mittheilen von Kenntnissen möglich), sagen die Alten, und ich rechne diejenigen zu den eigentlichen Beförderern des Schulwesens, die vor Allem dem Lehrer ein mäßiges Auskommen zu verschaffen sich bestreben. Und haben nicht selbst Lehrer kleiner Gemeinden, oft blos nur fünfzig Familien zählend, durch Unterricht der dritten Classe ein Einkommen von 400—500 fl.?! Trägt dazu nicht oft der ärmste Jude sein Schärflein bei? Müßten die Herren Lehrer nicht oft