Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 111)
- Language
- German
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67 biblischen folgt, wollen wir nur erwähnen, daß dieser Putz nicht die Gesammtheit der Juden entnervt hat. Das Kriegshandwerk wurde mit einer außerordentlichen Meisterschaft getrieben. Es sind die Kämpfe, die Jerusalem Ln der letzten Zeit seines selbstständigen Bestandes gefübrt hat, bekannt. Es zeigte sich da eine Kriegskunst und Gewandtheit, die außerordentlich waren. *) Eigenthümlich ist es, daß der Talmud mit dem Gärberhandwerke, Burs’ki, den Begriff der Unwissenheit verbindet, und bekanntlich ist der Unwissende im Talmud sehr verpönt und verhaßt. Es wird auch dieses Handwerk öfters bei Beispielen und Erzählungen gebraucht, und zwar nicht in gutem Sinne. So wird ein Gleichniß in Bezug auf den Umgang mit guten oder mit bösen Menschen angeführt; der Eine kömmt aus einem Gewürzladen, wo die Kleidung den edlen Geruch angezogen hat; der andere kömmt aus einer Gärberei, dessen Kleidung einen üblen Geruch verbreitet rc. Ein Beispiel nur sei uns gestattet anzusühren, das von der Arbeitsamkeit und Betriebsamkeit im Allgemeinen spricht. Als Gott zu Adam sprach: »Dornen und Disteln soll dir die Erde wachsen lassen,« füllten Thränen dessen Augen und er sprach: »Herr der Welt, soll ich und der Esel aus einer Krippe essen?« Doch als Gott ferner sprach: »Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot genießen,« da beruhigte er sich. — Ueberhaupt gewährt der Talmud, der bekanntlich sehr strenge in Betreff der Erfüllung der Pflichten gegen Gott ist, dem Arbeiter und Handwerker mancheBegünstigung. Allerdings will aber auch derTalmud, daß die Männer der Wissenschaft die Wissenschaft nicht als Handwerk betreiben. Die Wissenschaft und die religiöse Erkenntniß sollen des Selbstzweckes wegen geübt werden, nicht aber wegen irgend welcher Nebenabsichten. Wie die Männer des Talmuds das Handwerk anffaßlen, darüber verweisen wir auf den vorangehenden Artikel des berühmten Literaturhistorikers Rappaport (D. Red.) 5 *