Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 110)
- Language
- German
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66 führimg zeugen; insbesondere aber machen wir aufmerksam aufdasWerk, das aufKostenderAcademie der Wissenschaften zuParis vonSoulcy heransgegeben wurde: Voyage autour de la mer morte. — Nicht umsonst hat Jesaias wiederholentlich seine donnernden Worte gegen diese Bildhauer gerichtet (40, 41, 44). Im babylonischen Erile noch finden wir, daß Israel die phönicischen Götter verehrt und den Adonisdienst treibt. (Ezech. 8, 14. S. auch darüber Roth a. a. O.) Aus den Sittenschilderungen der Propheten geht aber auch hervor, daß nicht blos die schweren Gewerbe vertreten waren, sondern Alles was Putz und Lurus förderte. Wenn wir. in Jesaias Cap. 3 lesen, sehen wir eine Toilette beschrieben, wie sie kaum heute sorgfältiger von irgend einer Dame betrieben wird. Kopfschmuck, Fußschmuck, Halskette, Bracelet, Finger- und Ohrenringe, Hauben, Netze, Schleier, Mäntel und Ueberwürfe, nichts ist vergessen; sogar der Schminke wird gedacht. Eben so wenig fehlten die Seidenkleider (Jer. 4). In den Häusern selbst herrschte nicht minder ein überschwenglicher Lrums. Es waren große Salons mit weiten und breiten Fenstern, mit Zedern getäfelt und mit Malereien verziert, und darin befanden sich elfenbeinerne Sophas und sonstige Schmucksachen. Es scheint sogar zum guten Tone gehört zu haben, ein Musikinstrument zu spielen, und goldene Pocale kreiseten bei den Gastmählern. Derselbe Lurus, der im Hause herrschte, war auch auf Gassen und in Straßen zu finden. Hören wir den Propheten Nachum 2, 5: »In den Straßen rollen die Wagen, rasseln auf den Märkten; sie schimmern wie die Fackeln, laufen wie die Blitze.« — Wo solcher Putz herrscht, da kann die Industrie nicht sehr tief stehen. Bevor wir auf die Periode übergehen, die zunächst der behaupten, vergleichend mit dem Stande der Sculptur jener Zeit bei anderen Völkern, daß ihr Entstehen in die alte Zeit zu versetzen ist.