Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 109)
- Language
- German
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führt Nebucadnezar nebst dem Könige und den Fürsten auch die Schmiede und die Schlosser aus dem Lande. (Jer. 24, 1; Könige II. 24,14.) Wir sind wohl enthoben den Beweis zu führen, daß es Handwerker gab, deren Nothwendigkeit in jedem nur etwas geordneten Staate vorhanden ist und die aus der Beschäftigung des Volkes hervorgehen. Wir möchten hier auf einen anderen Punkt Hinweisen. Man nimmt gewöhnlich an, daß im jüdischen Staate die plastischen Künste, insbesondere die Bildhauerei, nicht gepflegt wurden, und zwar weil sie die Religion nicht begünstigte. Die Religion konnte nur einen ungünstigen Einfluß in dieser Beziehung ausüben , da die Sculptur leicht zum Götzendienste hatte führen können. Nun ist es allerdings wahr, daß die jüdische Religion eine strenge Gegnerin des Bilderwesens ist. Man darf aber nicht vergessen, daß die Religion nicht immer in ihrer Reinheit und Klarheit gewaltet hat. Wir erinnern nur an das Ephod, das sich Gideon ansertigen läßt, an das Bild, das Micha verehrt, vollends aber an die Zeit der Könige von Juda: Achas, Menaffe, Amon u. s. w. (geschweige von den Königen in Israel, wo die jüdische Religion so ziemlich in Vergessenheit war). Da wurden Götzenaltäre erbaut und Götzenbilder angebetet; und das Pessachfest, dieses wichtigste nationalgeschichtliche Fest, gerieth ganz in Vergessenheit. Achas ließ vollständig das Heiligthum sperren und von Amon sagt der Talmud (SyDhedrin 103): heelah schmamith al gaw hamisbeach, was wohl bedeuten mag, daß der Altar des Herrn, der ganz vernachlässigt wurde, mit Spinnengewebe umzogen war. In solchen Zeiten wurde allerdings Bildhauerei geübt und getrieben. Wir verweisen übrigens auf die Denkmale, die uns aus alter Zeit geblieben sind, die Königsgräber I rc., die von besonderer künstlerischer Ans I Neuere Geschichtsforscher bezweifeln, ob diese Monumente in alter Zeit entstanden sind; jedoch Männer von Fach Iahrb. f. Jsr. 185)7. 5