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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 64

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 64 (sequence 108)
Language
German
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stört seine Pläne auszuführen. Ebenso bekannt ist es aber, daß am Baue dieses Heiligthmns zehntausend Ahroniden sich betheiligt haben. (S. Grätz, Geschichte der Juden 3 Thl.) Wenn übrigens der Tempel nicht mit freundlichem Auge von den Juden angesehen wurde und der Talmud überhaupt nicht sehr günstig dem Herodes ist, so heißt es doch (Ir. Synhedrin): »Wer nicht den Tempel des Herodes gesehen, hat nie einen prachtvollen Bau gesehen.« Verlassen wir nun das Gebiet der Architektur, so haben wir zunächst der Schmiede und Schlosser zu erwähnen. Das Volk betrieb zumeist Viehzucht und Ackerbau, zugleich aber war jeder großjährige Mann (von 20 bis 60 Jahren) militärpflichtig und trug Waffen. *) Die Werkzeuge zur Landwirthschast, so wie die Waffen erforderten die Ausübung der betreffenden Handwerke. Einmal trat der schmachvolle Zustand ein, daß man keinen Schmied und Schlosser fand in Israel. (Sam. I. 13, 19.) Es war dies zu jener Zeit der Gesunkenheit des Volkes, wo es keinen Herrn und Richter gab in Israel; als Saul, das Volk rettend, König wurde. Die Philister haben in kluger Weise dadurch den Israeliten weit mehr geschadet, als durch offene Schlachten. Indem dem Volke die wichtigsten Handwerker fehlten, wodurch die Hauptlebensadern unterbunden wurden; indem Israel zu den Philistern ziehen mußte, um sich Hacke und Spaten, Schwert und Speer schärfen zu lassen: war es unterthänig. Wir finden einen ähnlichen Vorgang auch in späterer Zeit. So *) Wie die Schrift den Handwerker als einen von Gott begnadigten Mann bezeichnet, so gilt die Verteidigung des -Vaterlandes und alles was zum Heile desselben beiträgt, als die oberste Pflicht. So legt auch der Talmud die Stelle (Deut. 20, 20) »bis sie fällt« aus: selbst am Sabbat. Das Vaterlandsgefühl, in solcher Weise von dem Glauben gehegt und gepflegt, hat auch jene innige Liebe für Kanaan erzeugt, die bis auf den heutigen Tag sich frisch erhalten hat.

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