Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 104)
- Language
- German
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60 Handwerk erst dann beginnen konnte, nachdem mau erfunden hatte, wie das Eisen, das wichtigste der Metalle, zu schärfen ist. Unsere alten Weisen halten diese Erfindung für so bedeutend, daß sie den Ursprung derselben auf beu Schöpfer selbst zurücksi'chren. Unter den Dingen, die Gott schuf, als die Schöpfung bereits vollendet war, wird auch angeführt: »die Zange, mit der die erste Zange gemacht ward.« (Sprüche der Väter. V. 6.) Wir wollen nun nicht von der Baukunst sprechen, wie uns einzelne Andeutungen darüber bei der Anfertigung der Arche, bei dem Thurmbau zu Babylon, bei dem Baue der Städte Pithom ltitb Raamses vorliegen; wir gehen sogleich auf den Bau der Stiftshütte über. Da müssen wir vor allem einen sehr wichtigen Punkt hervorheben. Hier finden wir es zum ersten Male, wie sich die heil. Schrift über das Handwerk ausspricht. Währenddem die meisten Völker der alten Zeit das Handwerk nicht als ehrenhaft betrachteten, weshalb dasselbe auch den Sclaven überlassen blieb, ist es die heil. Schrift, die das Handwerk als eine göttliche Begabung und Begnadigung darstellt. Es heißt: »Ich habe mit Namen berufen den Bezalel... Ich habe ihn erfüllt mit göttlichem Geiste, mit Weisheit, Verständniß und Erkenntniß und mit allerlei Fertigkeit. . . und in das Herz aller Weisen habe ich Weisheit gelegt 2), daß sie wachen alles, was ich geboten habe.« (Erod. 3!, 2.) Das- Frau des Vulkan. (Ueber Aphrodite, die auch im Talmud vorkömmt, und die ursprüngliche etymologische Bedeutung dieses Wortes aus dem Phönicischen und Hebräischen. S. Röth, die Lehre des Zoroaster und der Egypter.« Noten S. 252.) Ä) Zu dieser Stelle führt der Talmud (Berachot) die Parallelste Ile aus Daniel 2, 21 an, und bemerkt dazu, daß auch der Mensch Gegenstände in solchen Gefäßen gut bewahrt, wo sie gut gewahrt sind. Die Thoren beachten die Weisheit nicht, darum gibt Gott nur Weisheit den Weisen.