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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 50

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 50 (sequence 94)
Language
German
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IRI
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50 1 Wochenfest wird(Erod. 23, 16) ausdrücklich Chag hakozir, Erntefest, genannt. Ebenso ist das dritte Hauptfest der Israeliten, das Sukotfest, nichts Anderes als ein landwirthschaftlrches; denn so heißt es (Lev. 23, 39): »Am fünfzehnten Tage des siebenten Monats, wenn Ihr einsammelt die Früchte des Landes, sollt Ihr feiern ein Fest dem Ewigen. Ja, dieses Fest wird (Erod. 23, 16) ausdrücklich Chag hoesif, Fest des Einsammelns, genannt. Ein weiterer Beleg für diese Behauptung ist das Fest des »Wassergießens«, welches alljährlich am Sukotfeste im Tempel zu Jerusalem stattfand, und im Talm. Sukah 48 a und 51a also geschildert wird: »Ein Priester mit einem goldenen Kruge versehen, stieg in Begleitung des jubelnden Volkes und unter Musikklängen hinunter zum Bach Schilaach, der am Fuße des Moriah rieselte. So wie der Priester mit dem gefüllten Kruge an das Wasserthor kam, wurde dreimal auf der Trompete geblasen, dann stieg der Priester die Stufen des Altares hinan und ein anderer gleichfalls mit einem Kruge Wein. Am Altäre links waren zwei Becken befestigt, ein jedes mit einer Oeffnung versehen, dahin gossen sie mit aufgehobener Hand in das eine Becken das Wasser, in das andere den Wein, und zwar so, daß die Flüssigkeiten langsam durch die Oeffnungen in gleichem Zeiträume hindurchrieselten auf den Boden des Altars.« Diese Sitte wurde mit dem größten Pomp und den lautesten Freudenbezeigungen begangen; ja der Volksjubel war so groß, daß ein alter Spruch sagt: »Wer die Lust beim Wasserschöpfen nicht gesehen, hat niemals wahre Lust gesehen.« Daß diese Ceremonie wieder keinen andern Zweck hatte, als die hingebende Seligkeit des dankbaren Landmannes für die fruchtbaren Regen zu versinnlichen, lehrt uns Talm. Rosch-Haschona 16 a. Rabbi Jehudah sagt: »Warum befiehlt das Gesetz am Peffach den Omer zu bringen? Weil am Pessach die Erntezeit ist, darum spricht

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